Abgebrannt

Dynamo Dresden verlor nach starker spielerischer und kämpferischer Leistung durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 in Braunschweig. Das war bitter, denn das Tor fiel erneut erst in der Nachspielzeit.

Von Beginn an war die Brisanz der Partie zu spüren, denn man merkte, dass keine der beiden Mannschaften verlieren wollte. Dynamo versuchte das Spiel an sich zu reißen und mit gewohnten Ballbesitzspiel von hinten heraus zu spielen. Der Plan ging in einem von intensiven Zweikämpfen geprägten Spiel nur bedingt auf. Braunschweig war trotz geringerem Ballbesitz in der ersten Hälfte zunehmend die bessere Mannschaft mit den größeren Chancen, was am enormen Druck lag. Zeitweise bekamen die Schwarz-Gelben, die im klassischen weinroten Auswärtstrikot aufliefen, den Ball kaum aus dem Strafraum.

Was den Dresdnern nicht gelang, war nach Balleroberung mal mit Tempo umzuschalten. Stattdessen ging es wieder viel hinten rum, was selbst Trainer Uwe Neuhaus an der Seitenlinie nicht immer gut fand.Quickfit

Doch sie überstanden diese enorme Druckphase und konnten vor allem zum Ende der ersten Hälfte auch wieder mit kleineren Chancen auf sich aufmerksam machen. Wirklich zählbare 100%ige gab es aber auf beiden Seiten nicht und so ging es durchaus verdient mit 0:0 in die Pause, denn bei allem Druck darf man nicht vergessen, dass Dynamo aber auch sehr diszipliniert stand und verteidigte.

Eigentlich hätte alles so schön sein können, denn Dynamo kam mit viel Elan aus der Kabine, doch dann meinten in der 50. Minute ein paar unbelehrbare Silvesterfanatiker wieder Böller aufs Spielfeld schießen zu müssen und den schwarz-gelben Block hell aufflammen zu lassen. Klar, das Free TV übertrug ja live und wo sonst bekommt man solch eine Bühne geboten? Die nächste Blocksperre wirft schon die Schatten voraus. Der DFB bekommt es gerade sehr einfach gemacht. Hoffentlich erinnern sich dann alle, die diese Aktion auch noch gut fanden, immer noch daran, wie schön es doch gebrannt hat.
Aber zum Glück funktionierten die Rasensprenger in Braunschweig ganz gut, denn die sorgten für die nächste Spielunterbrechung in der 59. Minute.

Dynamo nutzten die Ausfälle aber mehr als Braunschweig, die etwas aus dem Tritt kamen. Die Dresdner waren nun wirklich besser im Spiel und kamen vermehrt zu kleineren Chancen, auch weil Stefan Kutschke besser in die Partie fand.
In der 75. Minute wechselte Uwe Neuhaus und brachte Akaki Gogia für Aias Aosman. Ein klares Signal, Dynamo wollte die drei Punkte.

Kurz darauf schoss Jannik Müller einen riesen Bock, als er im Spielaufbau den Ball verlor und plötzlich Nyman allein vor Marvin Schwäbe zum Abschluss kam. Marvin Schwäbe kam raus, behielt die Ruhe und hielt Dynamo mit einem Reflex im Spiel.
Doch es wurde zunehmend enger. Kurz nachher behinderte Stefan Kutschke Marvin Schwäbe beim Zufassen, er musste den Ball fallen lassen und wieder hatte Dynamo wirklich Schwein, denn Decarli schoss um Haaresbreite rechts am Tor vorbei. Über die Braunschweiger Führung hätte sich niemand beklagen dürfen.

In der 82. Minute brachte Neuhaus nochmal frischen Wind für ins Mittelfeld, Hilßner kam für Hauptmann. Das Spiel nun völlig offen, beide Teams wollten den Sieg, doch der letzte Kick fehlte. Erst in der Nachspielzeit, die mit vier Minuten nach den beiden Unterbrechungen und den vielen Fouls wirklich nicht zu lang bemessen war, gelang Braunschweig der Siegtreffer. Dynamo bekam wieder einmal den Ball nicht aus dem Strafraum und Ken Reichel sorgte mit einem Strich aus der Distanz ins lange Eck für den 1:0 Endstand.

Während Braunschweig nun Tabellenführer ist, sind die Chancen für Dynamo den ganz großen Coup zu schaffen nur noch theoretisch. Acht Punkte auf den Relegationsplatz dürften nun wirklich zu viel sein.

Der Sieg für Braunschweig war unterm Strich durchaus verdient, denn man muss fairerweise auch festhalten, dass Dynamo auch kein Mittel fand, die gut stehenden Braunschweiger Hintermannschaft zu knacken. Trotz Ballbesitz und Spielstärke reichte es gegen immer weiter kämpfende Braunschweiger einfach nicht.

Es sind am Ende die vielen kleinen scheinbar unnötig verschenkten oder verlorenen Punkte, die für den ganz großen Wurf fehlen. Aber es wäre ja auch irgendwie ein Armutszeugnis für die gesamte zweite Bundesliga, wenn in jeder Saison der Aufsteiger den Durchmarsch schaffen würde. Für Dynamo scheint der ganz große Traum erst einmal ausgeträumt. Sollte es gelingen dieses Spielerpotential zu behalten und vielleicht sogar noch zu verstärken wird es jedoch nicht lange dauern bis Schwarz-Gelb wieder ganz oben anklopft.

 

Foto: Hinter Masken versteckt fackeln sie wieder, doch das findet in den sozialen Netzwerken leider immer noch genügend Unterstützer. Es wird lieber mit dem Finger auf andere Stadien gezeigt. Den DFB wird das nicht interessieren. (Imago)

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