Online

In Dresden steigt die Arminia nicht ab. Diesmal gewannen sie zwar nicht gegen Dynamo, konnten am Ende mit einem 1:1 aber den Klassenerhalt feiern. Genau das ist der feine Unterschied zur Saison 2013/14 als Bielefeld Dynamo in die dritte Liga schickte, danach über die Relegation aber nachkam.

Gesten durften alle feiern, die Bielefelder, die Dresdner und selbst im Schacht wurde wieder Licht. Auch die Naherholungsfahrt ins Bergbaugebiet zu Aue bleibt den Dresdnern erhalten. Wie schön.

friedl
Und von dieser Spannung lebte das Spiel, welches sich die schwarz-gelbe Fanseele ganz gemütlich anschauen konnte. Auch in diesem Jahr hatte Dynamo am letzten Spieltag mal nichts mit diesen Entscheidungen zu tun, zumindest nicht direkt.

So fühlte sich das Spiel in der ersten Hälfte allerdings auch an. Offensiv mit einem 3-4-3 System aufgestellt, gelangen zwar hier und da ein paar einzelne Aktionen, insgesamt stand aber nur eine wirklich nennenswerte Chance von Philip Heise auf dem Zettel.

Auch Patrick Wiegers, der zum Dank für die viele Bankdrückerei für Marvin Schwäbe ins Tor durfte, hatte nicht viel zu halten.

Das änderte sich jedoch. Bielefeld legte offensiv noch einen Zahn zu und kam zu Chancen. In der 47. Minute war es Reinhold Yabo, welcher Patrick Wiegers einen einschenkte, doch da war die Abseitsfahne oben.

Dynamo spielte unbeirrt und offensiv weiter und hatte seinerseits zumindest mehr Gelegenheiten als in der ersten Hälfte.
Und dann brachte die Brisanz des Abstiegs-Fernduells endlich ein bisschen echte Spannung in die Partie. Marvin Stefaniak bereitete ein (wahrscheinlich) letztes Mal per Freistoß für ein Dynamotor vor. Jannik Müller war mit dem Kopf in der 63. Minute erfolgreich und plötzlich brauchte Bielefeld zumindest den Ausgleich um nicht in die Relegation zu müssen. Dass sie noch etwas mit dem direkten Abstieg zu tun bekommen könnten, war unwahrscheinlich, denn die Würzburger Kickers lagen beim Aufsteiger VfB Stuttgart bereits zurück und waren so gut wie abgestiegen.

Nur eine Minute nach der Dresdner Führung war die Armina aber nicht zu beneiden. Hämische Freude auch unter den Dresdner Fans, denn 1860 ging in Heidenheim in Führung und nun sah es so aus, als wenn es eine Revanche für die Saison 2013/14 in Dresden gäbe. Bielefeld brauchte nun einen Sieg und dementsprechend erhöhten sie den Druck.

Dynamo spielte clever wartete auf Kontermöglichkeiten und bekam sie.

Als Philip Heise, von Erich Berko klasse freigespielt, das fast leere Tor in der 78. Minute nicht traf, muss der Fußballgott mit der Aminia im Bunde gewesen sein. Das hätte die Entscheidung sein müssen.

Stattdessen drückte Bielefeld weiter und kam tatsächlich in der 84. Minute zum Ausgleich. Julian Börner wurde nach einem Freistoß von der Dresdner Hintermannschaft allein gelassen und er ließ Patrick Wiegers nicht den Hauch einer Chance.

Der ansonsten stark haltende Wiegers war machtlos. Er machte einen guten Job und glänzte mit ein paar starken Paraden, wenngleich man schon ehrlich anmerken muss, dass Marvin Schwäbe wahrscheinlich völlig zu recht die derzeitige Nummer eins ist. Denn was die fußballerischen Fähigkeiten angeht und die braucht Uwe Neuhaus bei seinem Keeper für die „Hintenherum Spielweise“, ist er Wiegers einfach ein kleines Stückchen voraus und sicherer.

Für die Arminia reichte der Ausgleich noch nicht, zumindest bis so langsam die Nachricht vom Heidenheimer Ausgleich durchsickerte. Da waren in Dresden 87 Minuten gespielt. Nun war Bielefeld wieder gerettet. Was für ein Drama zum Schluss.

Am Ende blieb es 1:1 und nun blickten alle gespannt auf ihre Smartphones. 1860 hatte den Ball und eine gute Chance, im Gegenzug kam aber Heidenheim noch einmal. Alles wartete auf den Abpfiff, doch stattdessen erlöste Heidenheim die Arminia mit dem 2:1 in der 5. Minute der Nachspielzeit. Aue war zu diesem Zeitpunkt schon gerettet und hätte nur auf den Relegationsrang rutschen können, wenn Bielefeld und 1860 München gewonnen hätten.

Mit Karlsruhe und Würzburg stehen die zwei Absteiger fest. 1860 München muss in die Relegation gegen Jahn Regensburg, welche auf der Zielgeraden Magdeburg den dritten Platz der 3. Liga streitig machten.

Eintracht Braunschweig spielt die Relegation gegen Wolfsburg. Auch ein brisantes Derby, welches sicherlich auch Dynamofans mit Spannung verfolgen werden. Wird Marvin Stefaniak am Ende sogar zu einem Zweitligisten wechseln müssen? Wir wünschen es ihm nicht und halten Wolfsburg ausnahmsweise mal die Daumen.

Fazit: Es kam fast alles wie vorhergesagt. Mit Würzburg hatten die meisten Experten einen Absteiger schon vor der Saison auf dem Zettel. Lange Zeit sah es so aus, als wenn die ähnlich wie Dynamo, gar nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen würden, am Ende kam es anders. Auch Stuttgart und Hannover standen für fast alle im vornherein als klare Aufsteiger fest.
Dass Dynamo aber die beste Saison seit der Wende gespielt hat, damit hatte keiner gerechnet. Leider bekam sie zum Ende einen kleinen Beigeschmack, doch unterm Strich sollte nur der grandiose fünfte Platz im Gedächtnis bleiben.

Die nächste Saison wird schwerer. Soviel ist klar. Eins lässt jedoch hoffen. Aufgrund der guten Saison konnte Ralf Minge sehr früh mit der Kaderplanung beginnen und neben den inzwischen schon acht Abgängen stehen drei richtig gute Neuzugänge bereits fest. Es bleibt also spannend. Vielleicht kann Dynamo ja noch einmal alle Fußballweisheiten zum Trotz überraschen.

 

Foto: Imago