Auf die Knochen blamiert

Die kleine Negativserie geht weiter. Nach einer starken Saison blamierte sich Dynamo nun aber in Bochum bis auf die Knochen und verlor tatsächlich nach einer 2:0 Führung noch mit 2:4!

Als die Mannschaften in die Halbzeitpause gingen, hätte das niemand für möglich gehalten. Dynamo war eine ganze Halbzeit eine Klasse besser und führte zu Recht mit 2:0. Die Bochumer schritten mit hängenden Köpfen in die Kabine, sie wollten die 40 Punkte voll machen und waren diesem Druck nicht gewachsen. Es gelang ihnen nichts, während die Dresdner schalten und walten konnten, wie sie wollten.

Bereits nach acht Minuten wurde Niklas Hauptmann von Akaki Gogia angespielt, behielt die Übersicht und traf aus 15 Metern zur 1:0 Führung. Bochum war geschockt. Erst nach 15 Minuten hatten sie sich ein wenig gefangen und erspielten sich ein paar kleinere Chancen, doch Dynamo hatte einen glänzend aufgelegten Marvin Schwäbe im Tor.

Dynamo hatte Lust auf Fußball und im Gegensatz zu den Bochumern gelang ihnen auch ziemlich viel.
In der 25. Minute zog Gogia im Stile eines Arjen Robben einfach ab und traf direkt in den Winkel.
Die Führung hätte durchaus schon deutlicher sein können, aber die Chancenverwertung war wieder einmal das Problem. Und das rächte sich schließlich.

Beide Teams kamen wie ausgewechselt aus den Kabinen. Beim VfL klappte alles, bei Dynamo hatten die Spieler plötzlich das Fußball spielen verlernt.

Gleich zu Beginn machte Bochum richtig Druck, Mlapa kam zweimal richtig gefährlich vor das Dresdner Tor, doch Schwäbe hielt Dynamo im Spiel.

Beim Schuss von Eisfeld in der 50 Minute hatte er allerdings rein gar nichts zu halten. Gogia verlor den Ball, Lossila spielte auf Eisfeld und schon stand es 1:2 und nun wurde es blamabel.

Nur 42 Sekunden später stand es schon 2:2. Niklas Kreuzer spielte den Ball nicht ab und verlor den Zweikampf an der Strafraumgrenze gegen Stiepermann. Auch dieses mal hatte Schwäbe nicht den Hauch einer Chance.

Dynamos zweites Gesicht war wieder da. Sie waren jetzt völlig von der Rolle, Kreuzer patzte nur zwei Minuten später nochmal. Fast hätte es da schon 3:2 gestanden, aber wenigstens Schwäbe war noch er selber.

Doch das Debakel nahm seinen Lauf. Dynamo fand nie wieder richtig ins Spiel und die Bochumer hatten nun natürlich Aufwind, denn sie schnupperten am Klassenerhalt.

In der 70. Minute war es soweit. Losilla stand nach einem Freistoß frei im Strafraum und konnte den Ball mühelos im Dresdner Kasten unterbringen. Das muss eine Genugtuung für den Ex-Dynamo gewesen sein, der damals zu den Spielern gehörte, denen von einigen „Fans“ 1h Zeit eingeräumt wurde, die Stadt zu verlassen.

Dynamo versuchte nun nochmal den Anschluss zu schaffen, aber der Klassenunterschied aus der ersten Hälfte war längst nicht mehr zu sehen. Uwe Neuhaus wechselte, brachte Aosman für Lambertz und später noch Berko für Gogia sowie Alvarez für Hauptmann. Gebracht hat es nichts mehr. Aosman hatte zwar noch eine gute Chance, doch die war eine leichte Beute für den Bochumer Keeper.

Auf der anderen Seite machten die Bochumer dagegen den Sack zu. Aglam war plötzlich wieder ganz alleine im Strafraum freigespielt und konnte mit dem Ball machen konnte, was er wollte. Marvin Schwäbe konnte einem nur leid tun.
„Ich kann mich nicht erinnern ein Spiel dümmer aus der Hand gegeben zu haben, als es heute der Fall war. Es war schon Extraklasse“, war Uwe Neuhaus direkt nach dem Spiel gegenüber dem Bezahlsender Sky recht fassungslos. Was sollte er auch dazu noch sagen. Es war der Satz des Tages. Das Ergebnis sprach Bände.

Dynamo versaut sich so langsam aber sicher eine richtig gute Saison. Nach diesem Spieltag werden die Schwarz-Gelben zwar immer noch auf Platz fünf stehen, doch es ist der Eindruck der bleibt. Und so wie sie die letzten drei Spiele absolviert haben, erinnert das an ganz grausame Dynamo Jahre. Sportlich geht es für Dynamo um nichts mehr. Wenn allerdings ein paar Kellerkinder das Wort Wettbewerbsverzerrung in den Mund nehmen werden, darf sich bei Schwarz-Gelb wahrlich keiner beklagen. Es ist noch gar nicht so lange her, da gehörte Dynamo zu diesen Abstiegskandidaten und war über solche Leistungen anderer Teams mehr als frustriert.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten drei Partien nicht alle nach dem gleichen Muster in die Hose gehen. Mit 1860, Karlsruhe und Bielefeld trifft Dynamo allesamt auf Teams die dringend Punkte im Abstiegskampf benötigen. Der KSC könnte allerdings schon nach diesem Spieltag als erster Absteiger feststehen.

 

 

Foto:Imago

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