Da war mehr drin

Treffer zum 1:1 - Torschütze Hanno Behrens (imago)

Treffer zum 1:1 – Torschütze Hanno Behrens (imago)

Dynamo Dresden spielte gegen den 1. FC Nürnberg 1:1-Unentschieden und wie so oft stellt sich die Frage, was ist ein Punkt wert? Einen Punkt gewonnen oder zwei verloren?

Doch so einfach lässt sich das auch diesmal gar nicht beantworten.

Angesichts eines guten Starts der Dresdner und der optischen Überlegenheit in der ersten Hälfte, könnte man sich schon ärgern, dass es nicht für drei Punkte reichte. Nimmt man dann noch die Offensivschwäche der Nürnberger hinzu, müsste man zu dem Schluss kommen, dass da ganz klar mehr drin war.

Doch am Ende spiegelt dieses 1:1 nicht nur den Spielverlauf sondern eine ganze Saison und sogar eine komplette Liga wieder.Quickfit

Noch nie ging es so eng zu. Theoretisch hat Dynamo, die in erster Linie erst einmal den Abstieg verhindern wollen, sogar noch Aufstiegschancen. Auch nach dem Spiel trennen die Schwarz-Gelben nur 11 Punkte vom 1. FC Nürnberg, die auf Platz zwei der Tabelle stehen. Je nach dem wie Kiel am Sonntag spielt, sind es nur 8 Zähler auf den Aufstiegsrelegationsplatz.

Aber vor allem sind es eben auch nur drei Punkte auf den ungeliebten Fahrstuhlplatz in Liga drei.

Doch angesichts der Situation muss es nicht verwundern, dass sich am Samstag Nachmittag zwei ziemlich gleichwertige Teams gegenüberstanden.

Dynamo war wie schon erwähnt dabei, vor allem in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Es fehlte lediglich der letzte kleine Biss, denn bis in den Strafraum sah vieles sehr gefällig aus. Und das, obwohl sie sicherlich Probleme mit den Nürnbergern hatten, die sehr früh störten. Dynamo musste ganz oft den langen Ball auspacken um aus der eigenen Hälfte herauszukommen.

Duljevic, welcher einer der Besten auf dem Platz war, versuchte es schon fast verzweifelt mit mehreren Schüssen aus der zweiten Reihe. Erst in der 42. Minute wurde es mal tatsächlich richtig gefährlich, als Heises Freistoß per Nürnberger Köpfchen an die Latte gelenkt wurde.

Es war also völlig verdient als Benatelli endlich die Führung in der 45. Minute per Kopf erzielte. Allerdings war es auch ein nettes Geschenk des Nürnberger Keepers, welcher eine Hereingabe von Duljevic wegfausten wollte, der Ball aber irgendwie nicht so wollte, wie der Keeper. Benatelli reagierte am schnellsten und drückte den Ball mit seinem Kopf über die Linie.

Im Gegenzug verhinderte Marvin Schwäbe den sofortigen Ausgleich, als er einen Schuss von Ex-Dynamo Stefaniak parierte.

In der zweiten Hälfte baute Dynamo etwas ab. Vielleicht wurden auch die Nürnberger etwas konsequenter. Das 1:1 fiel jedenfalls trotzdem nicht zwingend, sondern eher aus dem Nichts in der 53. Minute.

Behrens konnte den Ball nach einer Flanke einköpfen und ließ Dynamos Abwehr mal so richtig blöd aussehen. Gleich drei Mann schafften es nicht Behrens am Kopfball zu hindern. Dabei musste der Nürnberger gar nicht groß in die Lüfte steigen, vielmehr segelten Dynamos Hintermänner am Ball vorbei oder standen denkbar schlecht. Selbst Marvin Schwäbe sah nicht so gut dabei aus, wahrscheinlich war er von der Fehlleistung der Abwehr ebenso überrascht.

Danach versuchten beide Teams auf drei Punkte zu spielen. 

Es blieb beim 1:1, was unterm Strich wohl beiden Teams nicht viel nützte. Es hängt vom Ausgang der restlichen Partien ab.

Positiv betrachtet, kann man sagen, ein weiterer Punkt für Dynamo in Richtung 40 Punkte Marke. Aber auf der anderen Seite war viel mehr drin. Und ob die nächsten Spiele gegen Braunschweig, Kiel, Kaiserslautern und Düsseldorf einfacher werden, darf bezweifelt werden.

Es fehlen noch vier Punkte, wenn man mal davon ausgeht, dass Dynamo nicht zweimal in der Geschichte der Liga mit 41 Zählern runter muss.