Der erste Auftritt von Matthias Sammer

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Aus unserer Serie „Dynamo vor 30 Jahren“

Am zweiten Spieltag der Saison 1985/86 stand schon ein kleiner Höhepunkt an. Dynamo Dresden war zu Gast beim 1. FC Magdeburg. Es war kein Derby, wie wir es heute nennen würden, sondern ein Prestigeduell.

 

Dynamo war mit einem Sieg gegen starke Auer gestartet, welche am zweiten Spieltag gegen den BFC Dynamo zeigten, dass mit ihnen auch diese Saison noch zu rechnen war. Dem Meister trotzten sie ein Unentschieden ab. Magdeburg war am ersten Spieltag mit 3:0 bei Lok Leipzig unter die Räder geraten und nun bot sich gegen Dynamo natürlich die Chance auf Wiedergutmachung.

Und so legten sie auch los. Folglich gab es gleich die frühe Führung durch Halata. In der 4. Minute. Kirsten glich in der 24. aus, Halata erhöhte nach der Pause (51.) auf 2:1. Für Dynamo sah es zu dem Zeitpunkt alles andere als gut aus. Das Neue Deutschland beschreibt es sogar ziemlich drastisch: „Was sich zwischen der 49. und 67. Minute in der engeren Dresdener Abwehr abspielte, war schon bedenklich. Nicht nur, dass Halata hier den Führungstreffer für seine Mannschaft herausschoss — er, Bonan, Cebulla und vor allem Rother hätten in dieser Phase den Gast klar distanzieren können.“

Doch die Magdeburger nutzten ihre Chancen nicht. Und dann war da ja noch der heutige Sportdirektor des FC Bayern, Matthias Sammer. Auch damals bewegte sein Debüt in der Oberliga die Gazetten fast mehr als das sportliche Geschehen. Warum? Weil er der Sohn vom damaligen Dynamo Trainer Klaus Sammer war. In Aue saß er schon auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz. In Magdeburg brachte der Vater den erst 17jährigen Sohn in der 82. Minute und das war natürlich die Schlagzeile des Spieltages. Vor allem weil Dynamo das Spiel noch drehen konnte. Vor der geschichtsträchtigen Einwechslung erzielte Rüster in der 78. Minute den Ausgleich für Schwarz-Gelb. Es war sein erstes Tor für Dynamo. Doch sein Stern ging nicht auf, ihn kennt heute kaum noch ein Fan, während Matthias Sammer jede Woche auf den Bildschirmen der Welt Statements gibt. Roland Rüster spielte 62x in der DDR-Oberliga und schoss fünf Tore. Dass er wenig mit Dynamo in Verbindung gebracht wird, liegt daran, dass dieses Tor in Magdeburg das einzige für die Dresdner war. Er kam von Stahl Riesa und ging nach dieser „Uerdingen“-Saison wieder zurück zu Stahl. Was aus Matthias Sammer wurde, ist bekannt, war damals aber noch nicht zu erahnen. Sein ganz großer Durchbruch gelang ihm erst ein paar Jahre später im Spiel gegen den AS Rom.

Vater & Sohn, das war auch für die DDR-Medien ein gefundenes Fressen. Es wurde spekuliert, ob Vater Klaus ihn vielleicht doch bevorzugen würde. Dixie Dörner sprach gegenüber dem ND ein Machtwort „Wenn Matthias spielt, dann, weil er es schon packt und nicht etwa, weil er der Sohn von Klaus ist.“

Sammer spielte hauptsächlich noch in der Junioren Oberliga und war in der Vorsaison erfolgreichster Torschütze. Zudem spielte er in der DDR-Junioren-Nationalmannschaft. Die Diskussion war also reichlich daneben, wie die Karriere von Matthias später auch zeigte. Er war eines dieser Dresdner Ausnahmetalente. Das Neue Deutschland beschrieb das so: „Dresdner Talente, zu denen Matthias sich rechnen darf, werden bekanntlich wie Stecklinge sorgsam gepflegt.“

Dynamo schoss gegen den 1.FC Magdeburg in der 87. Minute den 3:2-Siegtreffer. „Zuerst bereitete Kirsten mit einem energischen Antritt Rüsters Treffer vor, dann inszenierten Matthias Sammer, Kirsten und Minge den alles entscheidenden Konter“, schrieb das ND. Nichts besonderes, wenn man es heute so liest. Damals aber schon, denn auch der Stern vom 19jährigen Ulf Kirsten war noch ganz klein und leuchtete erst schwach.

(Foto:Imago)

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