Dynamo: Drei Punkte unterm Weihnachtsbaum?

Als Dynamo Dresden am zweiten Spieltag der Saison nur 1:1 gegen den Aufsteiger aus Würzburg spielte, machte sich schon bei einigen Fans erste Katerstimmung breit. Die Warnungen, dass Würzburg ein sehr gut verstärkter Aufsteiger sei und noch manch anderem Team die Punkte abnehmen würde, verhallten in der Furcht vor einer erneuten Serie von Niederlagen. Damals war die unglaubliche Pleiteserie aus der Rückrunde der Vorsaison noch in allen Köpfen. An die Dominanz von Dynamo in dieser Spielzeit konnte beim besten Willen keiner glauben. Und doch sind beide Sachen eingetreten.anzeige_spende550

Dynamo legte eine beispielhafte Siegesserie hin und die Würzburger Kickers ärgerten so manchen vor der Saison benannten Favoriten. Zuletzt mussten die Stuttgarter Kickers und auch Holstein Kiel ohne Punkte das Spielfeld verlassen, viele andere Teams, wie Magdeburg, Wehen Wiesbaden, Cottbus, Hansa und die abgestiegenen Aalener, trennten sich ebenfalls nur Unentschieden von den Würzburgern. Im Nachhinein war das 1:1 des zweiten Spieltages für Schwarz-Gelb also wirklich mehr Punktgewinn als Punktverlust.

Nun steht schon das Rückspiel im Dynamostadion an und diesmal wäre ein Punkt jedoch zu wenig. Nicht um über die Weihnachtsfeiertage oben zu bleiben, nein, das ist mit acht Punkten Vorsprung sicher. Aber um den Fans ein versöhnliches Weihnachten zu bescheren. Die warten nun schon seit fünf Spielen auf einen Sieg und auch wenn keines der Spiele verloren ging, fühlt es sich an wie eine lange Durststrecke.

Klar, diese Hinrunde ließ die Erwartungen steigen. Das weiß auch die Mannschaft. „Wir haben es uns erarbeitet, dass wenn wir fünf mal in Folge Unentschieden spielen, nun eine gewisse Unzufriedenheit da ist“, so Vize-Kapitän Marco Hartmann, welcher natürlich auch lieber mit dem Sieg im Rücken in den Urlaub geht. „Wir können eine sehr, sehr gute Hinrunde mit einem Sieg abrunden und mit einem entspannten Gefühl in die Weihnachtsferien gehen.“

Selbst wenn die große Mehrheit sicherlich auch Verständnis dafür aufbringen würde, wenn es schief geht, ein Sieg würde das Signal geben: Keine Angst wir schaffen den Aufstieg tatsächlich! Eine Niederlage oder ein erneutes Unentschieden könnte dagegen für Diskussionsstoff über Weihnachten sorgen. Denn die Angst, dass sich die Katastrophe der letzten Rückrunde noch einmal wiederholt, ist natürlich da. Das kann man sich auch nicht schön reden. Klar ist es eine andere Mannschaft, das Umfeld ist ruhiger, der Trainer souveräner. Doch Angst ist bekanntlich nicht immer logisch und deshalb können nur drei Punkte diese gleich im Keim ersticken.

Doch ausgerechnet jetzt kommt eben Würzburg und die sind inzwischen hinter Dynamo das zweitstärkste Auswärtsteam der Liga. In neun Spielen holten sie 16 Punkte auf fremden Plätzen und bekamen dabei nur drei Tore!

Das weiß natürlich auch Trainer Uwe Neuhaus: „Da erwartet uns schon eine ganz harte Nuss. Die drei Gegentore resultieren nicht daraus, dass sie sich vor dem eigenen 16er verbarrikadieren, sondern sie suchen schon den Weg nach vorne und versuchen den Gegner früh zu stören.“

Doch da müssen die Schwarz-Gelben durch. Alles ist besser, als Teams die sich nur hinten rein stellen, denn das bereitete den Dresdnern zuletzt immer wieder Probleme. Frust über die kleine Unentschieden-Serie ist bei den Spielern aber längst nicht vorhanden, im Gegenteil. „Es ist nach wie vor sehr viel Spaß in der Truppe und trotzdem ist die Konzentration vorhanden“, berichtet Uwe Neuhaus vom Training. Auch Marco Hartmann sieht es eher positiv als negativ: „Natürlich ist eine gewisse Unzufriedenheit da, dass man die Spiele nicht gewonnen hat, aber man muss die Spiele auch einzeln betrachten. Und da waren zum Teil sehr gute Gegner dabei und Spiele, die man in der Regel auch gewinnt, wenn sie so laufen. Der Spielverlauf und die Art und Weise ist eine Sache, die in den Köpfen der Spieler ist. Und die pusht uns.“

Anpfiff gegen die Würzburger Kickers ist am Donnerstag Abend um 20.30 Uhr. Es werden um die 26.000 Zuschauer erwartet, der MDR überträgt das Spiel live.

Foto: Marco Hartmann und Uwe Neuhaus bei der Pressekonferenz vor dem Spiel (Sportzeitung)

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