Dynamo: Der aktuelle Stand der Dinge

Das Kennenlernen neuer Namen und Gesichter sind Dynamofans seit längerem gewohnt. Auch in diesem Jahr wird sich die Mannschaft grundlegend ändern. Schon jetzt haben die ersten wohl den Überblick über die Ab- und Zugänge verloren. Zuletzt sorgte nur noch der etwas ruhmlose Abgang von Stefan Kutschke die Gemüter.

Kein Tag vergeht ohne irgendwelche wilden Spekulationen und die Mainstream-Presse feuert im Sommerloch dies natürlich noch gehörig an.

Zeit für uns mal den Überblick zurück zu bekommen.

Wer geht, wer kommt und was sind bislang nur Gerüchte?

Fangen wir einfach im Tor an.

Da bleibt alles wie es letzte Saison auch war. Marvin Schwäbe wurde für ein weiteres Jahr von der TSG Hoffenheim ausgeliehen, Patrick Wiegers hat für weitere drei Jahre in Dresden unterschrieben und Talent Markus Schubert bleibt die ergänzende Nummer drei im Kasten der Schwarz-Gelben.

So weit so gut, doch nun gehen die Wechsel los.

Abwehr

Abgänge: Verteidiger Nils Teixeira verließ Dynamo in bislang unbekannte Richtung. Nach längeren Krankheiten kam er kaum noch zum Einsatz bei Dynamo.Quickfit
Eigengewächs Niklas Landgraf wird künftig in der dritten Liga für den Halleschen FC spielen. Ebenso Hendrik Starostzik, welcher auch kaum Pflichtspiele in Schwarz-Gelb hatte.

Innenverteidiger Giuliano Modica wird nächste Saison für den 1. FC Kaiserslautern auflaufen. Auch er hatte seinen Stammplatz zwischenzeitlich verloren.

Zugänge: Mit Sören Gonther konnte Ralf Minge dafür aber einen wahrscheinlich sogar besseren Ersatz von St. Pauli nach Dresden holen. Der Routinier der Hamburger unterzeichnete bei Dynamo für drei Jahre.

Mittelfeld

Abgänge: Seit langem stand der Wechsel von Marvin Stefaniak zum VfL Wolfsburg fest. Die Niedersachsen haben in der Relegation den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga geschafft. Bleibt Marvin also zu wünschen, dass er auch in dieser Liga zum Einsatz kommt und künftig nicht nur für die zweite Mannschaft in der Regionalliga kicken muss.
Robin Fluß hatte wohl verständlicherweise keine Lust mehr nur die Local Player Regelung zu erfüllen. Wo er allerdings in Zukunft seine Töppen schnüren wird, ist bislang nicht bekannt.

Akaki Gogia, welcher aus England nur geliehen war, Dynamo aber eine Kaufoption hatte, wird nicht länger für Dynamo spielen und wurde ebenfalls am letzten Spieltag schon verabschiedet. Es sah so aus, als wenn er demnächst ein Unioner werden würde. Richtig offiziell bestätigt ist aber seitens der Berliner nach unseren Informationen noch nichts.

Zugänge: Mit Rico Benatelli haben sich die Dresdner recht früh im zentralen Mittelfeld verstärkt. Er kommt von den abgestiegenen Würzburger Kickers.
Für die linke Seite holten Neuhaus und Minge Patrick Möschl vom SV Ried aus Österreich. Ebenfalls aus Österreich holten die Dresdner Sascha Horvath von Sturm Graz. Er ist ein großes Talent und U21 Nationalspieler der Ösis.

Spekualtionen: Dennis Mast, von Bielefeld an den CFC ausgeliehen, soll bei Dynamo im Gespräch sein. Sinan Tekerci könnte eventuell zurück kommen. Er ist noch ein Schwarz-Gelber, aber war nach Münster ausgeliehen. Allerdings ist er nun auch beim CFC im Gespräch.

Manuel Konrad, welcher in Dresden noch nicht so richtig zum Zug kam, hat erneut Preußen Münster eine Absage erteilt, wie zu lesen war. Ob er dennoch wechseln wird, ist die Frage? Möglich scheint es, vielleicht will er sich aber auch in Dresden durchbeißen. Andernfalls müsste Dynamo auch auf der Position nochmal tätig werden, denn Marco Hartmann ist nun einmal sehr verletzungsanfällig. Ein gutes Backup ist zwingend.

An Niklas Hauptmann war bzw. ist der Gerüchteküche zu folge der HSV und die TSG Hoffenheim dran. Inzwischen gab es Meldungen die verlauteten, er würde noch mindestens ein Jahr in Dresden bleiben, aber das kann auch alles Pokerspiel sein. Auch Ralf Minge äußerte sich inzwischen und schloss einen Wechsel aus. Vielleicht wird es aber auf eine ähnliche Situation wie bei Stefaniak hinauslaufen, wo ja auch schon früh in der Saison feststand, wohin er wechseln wird.

Angriff

Abgänge: Nach nur wenigen Monaten sucht der inzwischen genesene Marcos Alvarez wieder das Weite. Wahrscheinlich hatte aber auch Dynamo kein Interesse mehr den Vertrag zu erfüllen. Wie man hörte wurde er im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Wo Alvarez spielen wird, ist unbekannt.

Und damit wären wir beim Aufreger des Jahres. Den liefert Stefan Kutschke. Zwar ist es durchaus normal, dass Dresdner Jungs den Verein verlassen, siehe Franke, Leistner, Stefaniak oder irgendwann Hauptmann. Doch es ist eben immer eine Frage des Wie?

Ein Marvin Stefaniak hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein echter Dresdner ist, doch er ist eben nicht soweit gegangen und hat sich kurzerhand zum Teil des K-Blocks und der Fanszene erklärt. Wenn man so etwas tut und vorher vielleicht auch gerade einen „Fehltritt“ bei einem Kommerzclub verziehen bekommen hat, darf man sich nicht wundern, wenn die Fans stinksauer sind. Verständlich wäre das für viele noch gewesen, wenn er sich wie einst Hefele einen Traum in England erfüllt oder ein großer Erstligist tatsächlich Interesse gezeigt hätte. Wie auch immer. Kutschke wechselt aber zum Zweitligisten Ingolstadt.

Das große Problem im modernen Profifußball ist aber, dass die Details der Verhandlungen nicht mal mehr für Journalisten herauszubekommen sind. Wie immer wird heute zu den Transfers Stillschweigen vereinbart und Maulwürfe wie zu früheren Zeiten gibt es kaum noch. Und selbst wenn man etwas weiß, stoppt es dann meist irgendeine Rechtsabteilung, im Zweifel die eigene. Denn wo Millionen im Spiel sind, wird nicht gerade zimperlich agiert. Und selbst die beste Versicherung wird irgendwann aussteigen.

Vielleicht sind die Fans ja sogar völlig zu unrecht sauer auf Kutschke? Wer weiß. Sollte es so sein, ist es der Preis den er für seine Treuebekundungen als Profi bezahlen muss. Deshalb wird es auch immer seltener, dass Profis sich zu derartigen Aussagen über Vereine hinreißen lassen.

Es tauchten nun im Internet Audiomitschnitte auf, welche diese Version bestätigen könnten. Den genauen Inhalt werden wir aus genannten rechtlichen Gründen nicht wiedergeben. Glaubt man den dortigen Aussagen, dann hatte Kutschke wohl zuletzt kaum eine Wahl. Andere Äußerungen seitens Dynamo jedoch sagen, dass mit Nürnberg noch nicht einmal verhandelt wurde, weil man sich eben intern gar nicht einig war. Zudem stellt sich natürlich auch die Frage, warum solch ein Dokument gerade jetzt im Internet auftaucht. Es könnte auch alles Teil eines großen Spiels sein.

Wie es letztlich wirklich gelaufen ist, wissen nur wenige Beteiligte und somit bleiben die wahren Beweggründe seines Handelns leider immer rein spekulativ.

Unterm Strich bleibt festzuhalten. Stefan Kutschke ist weg und es muss Ersatz gefunden werden.

Zugänge: Lucas Röser kommt für drei Jahre von der SG Sonnenhof an die Elbe.  Für die SG Sonnenhof gelangen ihm in 34 Drittliga-Einsätzen 14 Tore und 5 Assists. Vom Spielertyp ist er ein anderer als Kutschke. Ob es zudem auch für die zweite Liga reicht, bleibt wie immer abzuwarten.

 

Fazit:

Bislang konnten die Abgänge auf den ersten Blick zumindest sehr gut ersetzt werden. Es muss einem also zumindest nicht Angst und Bange werden. Vieles wird davon abhängen, wie die Neuzugänge sich im Neuhaus-System zurecht finden. Vor allem im Sturm könnte es kritisch werden, wenn keiner Kutschkes Tore liefern kann.
Doch vielleicht meldet sich ja auch Pascal Testroet eindrucksvoll zurück. Er hatte ein schwieriges Jahr in der 2. Liga. Schon in Bielefelder Zeiten wurde diese Liga ihm nicht zugetraut und er wurde nach Aufstiegen ausgeliehen oder verkauft. In Dresden will er nun aber garantiert beweisen, dass er auch diese Liga rocken kann. Hoffen wir es. Ein Jahr Eingewöhnungszeit hatte er, nun muss er liefern.

(Stand 20.06.2017, 20 Uhr)

Foto: imago

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