Eislöwen Siegesserie gerissen

Nach fünf siegreichen Spielen in Folge bekamen die Dresdner Eislöwen am Sonntag Nachmittag gegen den Tabellenführer Bietigheim Steelers ihre Grenzen aufgezeigt. Zuvor hatten die Dresdner am Freitag Abend in Kaufbeuren noch mit 3:0 gewonnen.

Dabei stand vor allem ein Mann in Blickpunkt, der nachher vom Trainer Bill Stewart viel Lob kassierte: „Unser Goalie Hannibal Weitzman war für mich am heutigen Tag der beste Spieler auf dem Eis. Er stand vor einer großen Herausforderung, hat diese für das Team aber sehr gut gemeistert.“88x134anz

Weitzmann stand an dem Wochenende zuvor noch im Kader der Kölber Haie. Er ist mit einer Förderlizenz ausgestattet und rückte nun für Kevin Nastiuk in den Kasten. Der war gerade wieder so richtig in Topform, verletzte sich jedoch so schwer an der Hand, dass er operiert werden musste und einige Wochen ausfällt.

Alexander Höller brachte die Blau-Weißen in der fünften Spielminute in Führung. Dominik Grafenthin baute den Vorsprung mit seinem Treffer kurz vor Ende des zweiten Drittels aus (40.). Mit dem 3:0 im Powerplay setzte Kapitän Marcel Rodman den Schlusspunkt einer überzeugenden Partie der Dresdner (50.).

Am Sonntag jedoch war mit der Siegesserie Schluss. Schon nach zwei Minuten musste Weitzmann das erste Mal den Puck aus dem Netz holen und so sollte es auch weitergehen. In der 7. Minute nutzten die Bietigheimer einen Konter eiskalt zum 0:2 aus.

Am Ende mussten sich die Blau-Weißen, welche wegen einer Aktion zur Krebshilfe in Pink spielten, mit 3:7 sehr deutlich geschlagen geben. „Man hat heute gesehen, warum Bietigheim an der Tabellenspitze steht. Die Mannschaft hat einen absoluten Führungsanspruch. Wir hätten etwas davon essen sollen, was Bietigheim zu sich genommen hat. Wenn man gegen eine starke Mannschaft Angst hat, wird man nicht gewinnen. Genau das hat man heute gesehen. Das einzige Positive, was ich vom heutigen Tag berichten kann, war die Aktion „Pink in the Rink“. Es ist großartig, welche Nachricht man damit auf den Weg gebracht hat. Jeder wird im Laufe seines Lebens in irgendeiner Art und Weise mit dem Thema Krebs in Berührung kommen“, war Eislöwen Coach Bill Stewart enttäuscht von seiner Mannschaft.

Diese rappelte sich zwar nochmal auf und ließ die Fans hoffen, als Brendan Cook in der 25. Minute im Powerplay auf 1:2 verkürzte, doch quasi im direkten Gegenzug stellte Dominic Auger den zwei Tore Abstand wieder her. Arturs Krumisch und Alexander Höller verzeichneten gute Möglichkeiten für die Eislöwen, doch erneut nutzte Bietigheim durch Marcus Sommerfeld eine Überzahlsituation zum 1:4 von der blauen Linie (28.). Max Lukes bestrafte eine weitere Unsicherheit in der Dresdner Hintermannschaft mit dem 1:5 (29.). Höller und Krumisch vergaben Chancen für den Gastgeber, doch ein Sonntagsschuss von Sebastian Zauner führte vor der Pause zum 2:5 (39.).

Das letzte Drittel startete aus Dresdner Sicht furios: Teemu Rinkinen, Mirko Sacher per Pfostenschuss, Marius Garten und Brendan Cook vergaben in Überzahl hochkarätige Torchancen. Auch Höller kam zu einer großen Gelegenheit, doch Bietigheims Goalie Martinovic begrub den Puck unter sich. Wenig später prüfte Faber den Schlussmann mit einem Blueliner. Nach einem Konter konnten allerdings erneut die Steelers durch Auger (52.) jubeln. Sommerfeld traf den Pfosten, auf der Gegenseite verpassten Tomas Schmidt, Mirko Sacher und Arturs Krumisch. Während Weitzmann einen Save gegen Shawn Weller zeigte, erzielte Sommerfeld das 2:7 (57.). Schmidts Treffer diente nur noch der Ergebniskosmetik (59.).

„Wir hatten darauf gehofft, dass Dresden nach fünf Siegen in Serie vielleicht vergisst, was man für einen Erfolg tun muss. Und genau dieser Fall ist eingetreten“, hatte Steelers Coach Kevin Gaudet die vielleicht passendste Erklärung parat.

Auf jedem Fall sind die Eislöwen nach ihrem Höhenflug nun wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Denn es darf nicht vergessen werden, dass die Dresdner sich selber vor der Saison die Trauben sehr weit hoch gehangen haben. Zu einem echten Spitzenteam, wie den Bietigheim Steelers fehlt aber noch ein bisschen.

Mit 20 Punkten und Platz sieben in der Tabelle stehen die Eislöwen jedoch voll im Soll für die Playoffs. Viel wird vom hoch gesteckten Saisonziel aber eben davon abhängen, ob sie es auch irgendwann schaffen die Top-Teams in die Knie zu zwingen. Am Sonntag klappte das jedenfalls nicht.

Das nächste DEL2-Punktspiel bestreiten die Dresdner Eislöwen bereits am Dienstag, 1. November um 19.30 Uhr bei den Starbulls Rosenheim.

 

Foto: Das 0:1 in der 2. Minute (Spz)

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