Endlich geht es richtig los

Es dürfte selbst für die hartgesottensten EM-Fans inzwischen schwer gewesen sein, den Überblick zu behalten. Dank den zeitgleichen Spielen wurden wir nun mit vier Partien am Tag beglückt.

Jeweils zwei musste man mit einem Auge schauen. Die Zeiten, wo sich Fans rühmten, tatsächlich alle Spiele live gesehen zu haben, dürften der Vergangenheit angehören. Doch während die Gruppenspiele bislang fast alle durch Langeweile auszeichneten, gab es gestern ein paar Highlights. Wir fassen es wie immer kurz und knapp zusammen:tiguan

Am Abend um 18 Uhr spielte die Gruppe F und brachte schon die erste kleine Überraschung. Letztlich blieb es aber aufgrund des Modus nur ein kleiner Aufatmer, denn Portugal um Christiano Ronaldo steht am Ende doch im Achtelfinale. Aber eben gerade so, als einer der besten vier Gruppendritten. Das bessere Torverhältnis half. Wer hätte das gedacht?
Ungarn gewann die Gruppe vor Island. Letzter wurde Österreich, die enttäuscht die Heimreise antreten müssen. Sie hatten gegen Island mit 2:1 das Nachsehen, dabei hatten sie ihre Chancen. Sie gerieten zwar schnell in Rückstand, wachten dann aber auf und kamen zum Ausgleich. Beste Chance hatte Dragovic, der verschoss einen Elfer für die Österreicher, die fortan komplett aufmachen mussten, denn ein Punkt hätte nicht gereicht.
Und so konnten die Islander noch einen Konter kurz vor Schluss zum Sieg vollenden.

Zwischen Ungarn und Portugal gab es das bislang beste Spiel der EM zu sehen. Sie schenkten sich beide nichts und das 3:3 spricht im Grunde Bände. Zweimal war es Ronaldo der gegen die zweimal in Führung liegenden Ungarn wieder ausglich. Ab dem 3:3 in der 62. Minute passierte aber nicht mehr so viel. Das ist eben der Nachteil des Modus, beide Teams wussten, dass sie mit einem Remis weiter waren. Für die Portugiesen wird es aber im Achtelfinale sehr schwer. Sie treffen auf Kroatien, welche vorgestern Spanien in die Knie zwangen.

Am Ende der Spiele stand die Slowakei übrigens als Gegner für die Deutschen am Sonntag fest.

Um 21 Uhr ging der Fußballmarathon in der Gruppe E weiter. Schweden gegen Belgien war die entscheidende Partie, denn Italien stand als Gruppensieger fest und trat entsprechend nur mit einer B-Elf gegen Irland an. Den vermeindlichen Vorteil konnten die Iren nutzen. Sie gewannen zum Frust einiger anderer Drittplatzierter gegen die Italiener mit 1:0 und sicherten sich tatsächlich noch das Achtelfinale, während die Türken vorm TV ihre Koffer packten.

Die Sachen packen, konnten auch die Schweden. Für Superstar Ibrahimovic war dies gleichzeitig sein letzter Auftritt in der Nationalmannschaft. Ein für seine Verhältnisse blutleerer Auftritt. Dabei hätten die Schweden mit einem Sieg in die K.O.-Runde kommen können. Aber sie hatten einfach nicht das Zeug die Belgier, die wahrlich auch keinen Zauberfußball spielten, in die Knie zu zwingen. Die erste Hälfte war so ziemlich das Schlimmste, was die Fans in dieser Gruppenphase ertragen mussten. Danach wurde es besser, denn die Schweden mussten ja irgendwann einmal anfangen alles nach vorne zu werfen. Zählbares brachten sie aber nicht zu Stande und auch Belgien zeigte nun seine offensiven Qualitäten. Dass die Öffnung Schwedens irgendwann in einem Gegentreffer enden musste, war fast klar. Aber was blieb ihnen anderes übrig? In der 84. Minute war der Traum vom Achtelfinale ausgeträumt, als Nainggolan den 1:0 Sieg für die Belgier klar machte.

Endlich ist die Gruppenphase vorbei. Zwei Tage Erholung und dann geht die Europameisterschaft dank der K.O.-Phase endlich los.

Die Achtelfinals:

Samstag 15 Uhr: Schweiz – Polen
Samstag 18 Uhr: Wales – Nordirland
Samstag 21 Uhr: Kroatien – Portugal

Sonntag 15 Uhr: Frankreich – Irland
Sonntag 18 Uhr: Deutschland – Slowakei
Sonntag 21 Uhr: Ungarn – Belgien

Montag 18 Uhr: Italien – Spanien
Montag 21 Uhr: England – Island