Es könnte so entspannt sein

Cheftrainer Uwe Neuhaus im Interview (imago)

Cheftrainer Uwe Neuhaus im Interview (imago)

Eigentlich könnte man sich bei Dynamo Dresden trotz der Niederlage entspannt in den Sessel fallen lassen und schauen, wie die Konkurrenz an diesem Wochenende so spielt.

Eigentlich, aber in Dresden ticken die Uhren bekanntlich anders. Nach der 0:2-Niederlage gegen Darmstadt hängt der Haussegen schief und zwar mächtig. Statt Entspannung, Kritik vom Trainer. „Am liebsten würde ich dazu gar nichts sagen“, fing Trainer Uwe Neuhaus sein Statement an und vielleicht wäre das einfach mal besser gewesen. Was folgte, war zwar Balsam auf die Fanseele, die mit großer Sicherheit ähnlich dachte, aber ob es dem großen Ziel Klassenerhalt wirklich dienlich war? „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich unsere Mannschaft so präsentiert“, waren da noch die harmlosen Worte. Das Fehler gemacht wurden, die eines Zweitligaspielers nicht würdig sind, war der stärkere Stoff, den die Spieler zu schlucken hatten.

Na endlich wird es mal angesprochen, wird sich der eine oder andere Fan gedacht haben. Doch genau das sorgt in dieser Situation für die Unruhe, die es eigentlich nicht braucht.

Im Abstiegskampf gehen nämlich meist nie die Teams als Sieger vom Platz, die unnötigen Druck und Unruhe im Umfeld haben.

Ums in Zahlen zu sagen. Dynamo fehlen noch 8-9 Punkte um den Klassenerhalt zu sichern. Um mehr ging es in dieser Saison ohnehin nicht. Dazu sind noch neun Spiele Zeit.

Würde man einfach die Ruhe bewahren und damit leben, dass in dieser Saison ohnehin nichts mehr zu holen ist, als ein Verbleib in der 2. Bundesliga, es würde wohl niemand daran zweifeln, dass die fehlenden Punkte eingefahren werden.

Doch seit gestern sieht die Sache ganz neutral betrachtet wieder einmal anders aus.

Spielerisch war die zweite Hälfte zum vergessen. Wie gesagt, Kritik ist angebracht. Diese jedoch öffentlich zu machen, kann sich noch als Fehler herausstellen. Manchmal sollte ein Trainer sich vor die Mannschaft stellen. Natürlich muss man die Dinge nicht schöner reden als sie sind. Aber draufhauen an einem solch brisanten Punkt? Warum ausgerechnet jetzt?

Wie auch immer. Die Unruhe die einen Abstiegskampf so auszeichnet, ist jetzt da. Die Unsicherheit der Spieler wahrscheinlich inklusive. Nächsten Freitag wird sich gegen Heidenheim schon zeigen, ob Trainer Neuhaus die Mannschaft wach rütteln konnte oder der Schuss gewaltig nach hinten losging.

Denn Abstiegskampf ist auch immer ein tolles Alibi. Plötzlich hat man eine Erklärung für alles, was nicht funktioniert. Denn immerhin ist man ja im Abstiegskampf. Der wird, glaubt man den Protagonisten der letzten Jahre, auch nie spielerisch gewonnen, sondern über Kampf und Nervenstärke. Fast so, als sei es ab Tabellenplatz 12 verboten auf dem Platz mit dem Ball zu glänzen.

Statt sich zurückzulehnen, wird man heute und morgen also schon genau schauen, was Aue, Braunschweig, Bochum & Co. so zusammenspielen. Am Tabellenplatz wird es nichts ändern, einzig der Abstand nach unten könnte etwas kleiner werden. Trotzdem kein Grund für Panik.

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