Huhn oder Ei?

Philipp Hofmann trifft zum 1:1 (Imago)

Philipp Hofmann trifft zum 1:1 (Imago)

Dynamo Dresden kam über ein 1:1 gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth am Freitagabend nicht hinaus. Und das ist angesichts des Spielverlaufs schon eine Enttäuschung und ein klarer Verlust von zwei vielleicht noch wichtigen Punkten.

Was war passiert?

Dynamo begann sehr offensiv und hatte wie so oft die optische Überlegenheit durch viel Ballbesitz. Aber sie begannen auch Chancen zu kreieren.

Ob nun Duljevic, welcher in der 18. Minute den Ball ans Außennetz setzte, Röser, der den Ball im 16er verstolperte, vorbeischoss oder, oder, oder.

Das Spiel war sehenswert, weil auch Greuther Fürth zu Chancen kam. Meist jedoch über Standards und dann war Marvin Schwäbe zur Stelle. Bis dahin zeigte sich die Dresdner Abwehr aber noch relativ sicher, obwohl ab und an schon Löcher zu sehen waren. Die Fürther konnten es jedoch nicht nutzen.

In der 36. Minute gingen die Schwarz-Gelben dann völlig verdient in Führung.Quickfit
Philip Heise wurde auf der linken Seite vom starken Duljevic nach gutem Umschaltspiel im Mittelfeld angespielt und zog aus vollem Lauf einfach mal ab. Der Fürther Keeper sah alles andere als gut dabei aus.

Die zweite Hälfe begann spektakulär. Die Fürther weckten die Dynamo Abwehr, welche nicht souverän aussah, nämlich gleich mal mit einem Pfostenkracher. Doch das Blatt wendete sich. Dynamo hatte Chancen über Chancen. Zeitweise schossen sie im Minutentakt aufs Gästetor. Wahrscheinlich hätten diese Möglichkeiten jedem anderen Zweitligateam für drei Spiele gereicht, doch Dynamo machte daraus schlicht weg gar nichts.

Ob sich so etwas rächt? Dumme Frage, natürlich, wir reden über Fußball. Auch Mlapa, welcher am letzten Tag des Transferfensters zu Dynamo wechselte, und der wieder genesene Niklas Hauptmann konnten daran nichts ändern.

In der 82. Minute nutzte einfach die beste Offensive nichts, wenn die Abwehr mangelhaft arbeitet. Es ist mühsig darüber zu diskutieren, ob der Treffer regulär war. War er nicht, denn Hoffmann hatte den Ball mit dem Oberarm mitgenommen. Viel wichtiger ist die Frage, wieso die Abwehr so leicht aus den Angeln zu heben war.

Ein einfacher Ball in den Rücken der Abwehr reichte, Ballas war zu weit von Hoffmann weg und dieser hatte nach seiner Ballmitnahme keine Probleme gegen Schwäbe den Ball im Kasten unterzubringen.

Verdient war das nie und nimmer, aber so ist eben Fußball.

Für Dynamo war es ganz bitter, denn eigentlich präsentierten sie sich ganz anders als noch vor der Länderspielpause. Man kann ihnen nun wirklich nicht vorwerfen, dass sie aus dem Mittelfeld heraus keine Ideen haben und deshalb keine Möglichkeiten, wie das eben vor 14Tagen noch der Fall war.

Die Kritik an der Schweizer Käse-Abwehr wurde nach diesem Spiel allerdings nur verstärkt. Mit einem großem Problem, dass nun kein Transfermarkt mehr geöffnet ist und Uwe Neuhaus sich wirklich etwas einfallen lassen muss, da eine gewisse Stabilität hereinzubringen.

Ob jedoch die Abwehr das Spiel verloren hat, gleicht der ewigen Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war. Denn wenn vorne nur eine der unendlichen Chancen zum 2:0 genutzt worden wäre, Fürth wäre sofort aus dem Spiel gewesen. Aber wie sagte Loddar so schön… „Wäre, wäre, Fahrradkette….“