„Ich weiß um die Schwere der Aufgabe.“

DSC01572Es ist wieder einmal Derbyzeit. In dieser Saison gibt ein Ostduell dem nächsten die Hand. Der Chemnitzer FC ist in Dresden zu Gast und da werden Erinnerungen an die letzte Saison wach. Da war doch was? Ja, tatsächlich gewann Dynamo knapp mit 1:0 und übernahm die Tabellenführung. Die haben die Schwarz-Gelben diesmal schon, mit drei Punkten vor den Himmelblauen.

In Erinnerung blieb das letzte Heim-Derby gegen die Chemnitzer auch, weil Sylvano Comvalius mit seinem Jubel im Publikum und ohne Trikot die gelb-rote Karte sah. Das zumindest dürfte sich nochmal nicht wiederholen. „Wir hoffen und glauben, dass die Mannschaft aus der letzten Saison einiges mitgenommen und gelernt hat. Und so etwas gehört sicherlich auch dazu“, entkräftet Dynamo Trainer Neuhaus aufkommende Befürchtungen einer emotionalen Wiederholung.

Der Jubel war trotzdem einer für die Ewigkeit. Doch nicht nur deswegen waren die Fans nach dem Spiel gut drauf. Alle glaubten die Torflaute der vorangegangenen Spielzeiten wäre endlich beendet. Endlich hatte Dynamo einen Stürmer, der das Tor trifft. Denkste! Auch Comvalius entpuppte sich, als ein weiteres Sorgenkind in der Offensive.

Die Situation ist diesmal ähnlich. Auch jetzt hoffen alle, diese quälende Torlosigkeit der Dresdner ist vorbei. Es macht zumindest wieder den Anschein, denn sowohl Testroet, als auch Väyrynen wissen wo der Kasten steht. Eilers weiß das sowieso und irgendwie haben sich alle Mannschaftsteile angesteckt. Ja sogar ein „Lumpi“ trifft jetzt den Kasten und der ist in der Vergangenheit gar nicht für seine Torgefahr bekannt gewesen.

Gegen Chemnitz wird er definitiv keins machen, denn er sitzt erst einmal die gelb-rote Karte aus dem Spiel gegen Bremen ab. So ohne weiteres zu ersetzen ist der Mittelfeldmotor nicht. „Wir sind zu einer Veränderung gezwungen. Es gibt da schon einige Lösungsmöglichkeiten. 1:1 können wir ihn aber nicht ersetzen“ , so Neuhaus, welcher an Lumpi vor allem die große Laufbereitschaft und die Impulse, die er der Mannschaft gibt, schätzt. Vieles spricht dafür, dass mit Moll neben Aosmann eine etwas defensivere Variante in der Mitte gewählt wird.

Nun wird sich gleich zeigen, was Dynamos hochgelobte Ersatzbank wert ist. Bloß gut, dass die Schwarz-Gelben nicht noch auf den besten Mann aus dem Halle-Derby verzichten müssen. Marvin Stefaniak ist am Freitag Nachmittag von der U20-Nationalmannschaft frühzeitig zurückgekehrt. Er sollte eigentlich bis Montag bei der Nationalmannschaft blieben. Dann spielt diese nämlich noch gegen Polen.

Doch in dieser starken Verfassung braucht ihn Dynamo dringend selber. Was er drauf hat, ließ er im Spiel gegen Italien mal wieder durchblicken. Beim 2:0 Sieg schoss er das Führungstor und zwar per direkt verwandeltem Eckball! Uwe Neuhaus weiß auch nicht, wann so etwas zum letzten Mal gesehen hat. „Ich glaube die letzte direkt verwandelte Ecke, war 1987 von Mario Basler“, scherzte er.

Die Personal-Krise im Tor ist zum Glück auch rechtzeitig vor dem Derby beendet. Nachdem Patrick Wiegers ja verletzt ausfiel, schlug Dynamo noch kurzfristig auf dem Transfermarkt zu und holte Jeff Kornetzky von Rot-Weiß Erfurt. Das ist beruhigend, denn so groß das Talent von Markus Schubert auch ist, ob er im Fall der Fälle auch die Nerven gehabt hätte, in so jungen Jahren mitten in einem hoch emotionalen Derby in den Kasten zu müssen? Der erfahrene Kornetzky kann das und wird auf der Bank Platz nehmen. Markus Schubert erhält am Montag, die Möglichkeit Spielpraxis zu sammeln. Dann startet die Nachwuchsrunde gegen FK Teplice im Sportpark Bühlau.

Dass am Sonntag mit dem Chemnitzer FC ein ganz schwerer Brocken zur Seite zu räumen ist, drüber sind sich Mannschaft und Trainer im Klaren. Die Chemnitzer wollen unbedingt Dynamo die erste Niederlage der Saison zufügen.

„Chemnitz ist sicherlich eine der Mannschaften, die ich am Ende mit oben erwarte. Ich weiß natürlich um die Schwere der Aufgabe“, so Neuhaus, welcher vorallem in der Abwehr eine Verbesserung bei seiner Mannschaft erwartet. „Wir müssen etwas besser verteidigen, als in den letzten zwei, drei Wochen. Die eine oder andere Unaufmerksamkeit hatten wir immer wieder in unserem Spiel und haben noch kein Spiel zu null spielen können.“

Das wird gegen die Himmelblauen auch nicht einfacher werden. Marco Hartmann hat sich zwei Spiele der Chemnitzer im Vorfeld angesehen und weiß, was auf die Mannschaft zukommt. „In den letzten Spielen wurden wir häufig dazu gebracht das Spiel zu machen, weil die Gegner sich tief gestellt haben. Ich glaube, am Sonntag kommt ein Gegner auf zu, der selber Fußball spielen will. Da müssen wir kompakt dagegen arbeiten.“

Der Chemnitzer FC hat nicht nur einen guten Offensivspieler, sondern gleich mehrere. Zudem überzeugten sie in vielen Spielen mit Kombinationen und schnellem Spiel in die Spitze. Die Dynamo-Abwehr ist also stark gefordert.

Doch das Ziel ist vollkommen klar. Derbysieg! Und zwar nicht nur weil es ein traditionsreiches Sachsenduell ist. „Wir wollen natürlich unsere Heimserie wahren und das weiter ausbauen, sodass die Mannschaften mit gehörigem Respekt hierhin kommen“, macht der Trainer eine klare Ansage.

Gespielt wird am Sonntag um 14 Uhr. Der MDR überträgt das Spiel im Fernsehen live.

Foto: Marco Hartmann und Uwe Neuhaus bei der Pressekonferenz am Freitag Mittag (Sportzeitung)

 

 

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