Mann, ist der (Hart)Mann!

Marco Hartmann Dresden stürzt über Carsten Kammlott Erfurt SG Dynamo Dresden gegen Rot Weiß Erf

Wenn das so weitergeht muss Dynamos medizinische Abteilung wohl bald gelbe Binden nachbestellen. Marco Hartmann spielte auch gegen Mainz wieder mit einem gelben Turban. In der 29. Minute blieb er nach einem Zusammenstoß in der Abwehr kurz liegen und bekam danach wieder den Kopf verbunden.

Schon gegen Rot-Weiß Erfurt spielte er mit dem Verband, weil er sich den Kopf verletzte. Mann, ist das (Hart)mann! Dynamos Kämpfer hat seinen Namen nicht von ungefähr. Schon in seiner ersten Spielzeit bei Schwarz-Gelb, damals noch in der 2. Bundesliga, wurde er wegen seiner kämpferischen Mentalität zum Publikumsliebling.

88x134anzMarco Hartmann zieht nicht zurück. Wenn er mit dem Kopf zum Ball geht, dann ist dies kompromisslos. Genau deshalb prallt sein Schädel so oft mit den Verteidigern im Strafraum zusammen. Und die gegnerischen Angreifer wissen jetzt eins: Dynamos Abräumer vor der Viererkette hält voll drauf. Nicht alle haben diesen Mumm! Vielleicht wird der eine oder andere den Kopf wegnehmen, woraus sich sicherlich auch gute Gelegenheiten für Hartmann bieten werden, mit dem Kopf eine Bude zu machen.

Besonders macht es den Fall dadurch, dass natürlich auch ein Marco Hartmann um seine Verletzungsanfälligkeit weiß. Zuletzt fiel er mit Knochenödem, Syndesmosebandriss, Bänderriss, Kapselverletzung und Schienbeinverletzung immer wieder, teils sehr lange aus.

Trotzdem gibt Marco Hartmann auf dem Platz einfach alles! Und deshalb blieben ihm die Schmerzen auch gegen den HFC nicht erspart. Kopfschmerzen waren es diesmal zwar keine, doch Hartmann zeigte in der 65. Minute humpelnd an, dass es für ihn nicht weitergehen wird. Während Neuhaus den Wechsel vorbereitete, ging Dynamos Kämpfer aber trotz Schmerzen weiter zum Kopfball und deutete sogar an, es würde doch weitergehen. Neuhaus riskierte nichts und brachte für Hartmann Luca Dürholtz.

Warum der Turban übrigens immer gelb ist, geht aus den Spielregeln hervor. In dieser sind auch die Farben der Tapes und Kurzzugbinden geregelt. Ursprünglich sollten laut DFB Tapes und Binden zwar mal in den Farben der Stutzens ein, doch durften diese bis zu zwei Zentimeter auch herausschauen.
Das war aber nicht in allen Fußballverbänden geregelt. Der FIFA wurde dies nach der WM 2010 schlichtweg zu bunt und gab später eine einheitliche Regelung vor. Denn damals waren die Stutzen bei manchen Spielern eben in den wildesten Farben angeklebt, hinzu kamen diverse Kinesio-Tapes in blau und rot auf den Knien und Oberschenkeln. Nun sind Tapes nur noch in Stutzenfarbe erlaubt. Im Notfall wird für den Turban sicherlich auch eine schlichte weiße Binde gestattet sein, aber natürlich hat Dynamo passend zu den Stutzen auch die gelben Binden parat.

(Foto:Imago)