Mit einem Punkt zufrieden

„Köhlers Kolumne“ – Dynamos ehemaliger Torhüter und langjähriger Torwarttrainer Thomas Köhler schreibt auf sportzeitung-online.de über das 0:0 von Dynamo Dresden beim VfR Aalen.

Nachdem ich das letzte Spiel gegen die Stuttgarter Kickers leider nicht live erleben konnte, weil ich eine Einladung vom DFB für das Torwart-Elite-Camp hatte, wo unter anderem auch Dynamos Markus Schubert dabei war, den ich da trainieren und beobachten konnte, kommt jetzt wieder meine Analyse zum Spiel gegen die Aalener.

Erfreulich war, dass Marvin Stefaniak seine Blessuren überwunden hat und wieder in der Startelf stehen konnte. Dynamo begann wie erwartet mit viel Ballbesitz und ruhigem Aufbauspiel. Die Aalener zogen sich zurück und konzentrierten sich erst einmal auf die Defensive.

Folglich kam Dynamo auch zu ersten Chancen, wo ich vor allem an den Kopfball von Justin Eilers oder den Schuss von Stefaniak denke. Dynamo war gewillt, das Heft in die Hand zu nehmen und konstruktiv nach vorne zu spielen.anzeige_spende550

Das Spiel der Dresdner war sehr variabel mit vielen Positionswechseln, sei es Lambertz und Aosman oder Eilers und Stefaniak, die permanent rochierten und ihre Positionen tauschten. Aber der unmittelbare Zug zum Tor fehlte.

Ab der 25. Minute wurde Aalen mutiger, setzte Nadelstiche und versuchte sich die ein oder andere Chance zu erarbeiten. Und siehe da, plötzlich lag der Ball im Tor von Janis Blaswich. Doch Glück für Dynamo, der Schiedsrichter hatte völlig zu Recht auf Abseits entschieden. Aber Aalen legte nach und machte nach einem gut heraus gespielten Ball wieder ein Tor. Diesmal war es jedoch Handspiel, was jedoch erst beim zweiten Mal hinschauen zu sehen war.

Mit 0:0 ging es in die Pause, aus der beide Teams unverändert heraus kamen. Dynamo hatte die ersten Chancen und machte nun auch ein Tor, welches aufgrund einer Abseitsstellung nicht zählte.

Nach wie vor waren die Schwarz-Gelben die aktivere Mannschaft ohne sich dabei große 100%ige Chancen zu erarbeiten. Sicherlich, Justin Eilers hatte noch eine gute Gelegenheit, als er den Ball knapp am Pfosten vorbei setzte. Doch auch die Aalener wurden immer mutiger, versteckten sich nicht mehr, weil sie ahnten, dass vielleicht doch mehr für sie drin ist.

Mitte der zweiten Hälfte merkte man aber beiden Teams an, dass sie nicht mehr alles riskieren wollten. Die Aalener hatten ja im Vorfeld auch schon gesagt, dass sie mit einem Punkt richtig gut leben könnten. Und die Dresdner? Die mussten aufgrund der Tabellensituation gar kein all zu großes Risiko eingehen. Trotzdem schafften es die Aalener ab der 80. Minute nochmal Druck zu machen und bekamen kleinere Möglichkeiten.

Aus meiner Sicht war es am Ende eine gerechte Punkteteilung. Hervorheben möchte ich von Dynamo heute keinen. Es ist keiner abgefallen, aber auch keiner wirklich herausgestochen.
Wenn überhaupt einer zu erwähnen ist, dann vielleicht noch Justin Eilers, der viel gearbeitet hat und den Großteil der Chancen von Dynamo hatte.

Positiv zu bewerten ist, dass auswärts zu Null gespielt wurde. Zudem gab es einen Punkt und das ist es, was unterm Strich erst einmal zählt.

Natürlich weiß ich, dass nun langsam die Diskussion los geht, welche Spieler aus dem aktuellen Kader das Format für die 2. Bundesliga haben. Deshalb will ich kurz ein paar Sätze dazu verlieren.

Ich glaube, dass die Diskussion momentan noch nicht angebracht ist, denn ich bin der Meinung, entscheidend ist eine zweitligataugliche Mannschaft und nicht die einzelnen Spieler. Klar bedarf es auch der Qualität auf den einzelnen Positionen. Wenn ich da so an die letzte Zweitligasaison zurückdenke, wo alle dachten, wir hätten eine zweitligataugliche Mannschaft. Wenn man jetzt sieht, wo die Spieler von damals alle sind, sei es Brégerie, Jungwirth, Kempe und wie sie alle heißen, die inzwischen sogar in der 1. Bundesliga spielen oder gespielt haben. Deshalb ist für mich die mannschaftliche Geschlossenheit, wo einer für den anderen da ist, kämpft und auch mal die Fehler des anderen ausbügelt, viel entscheidender.

 

Foto: Imago