Pure Enttäuschung

Uwe Neuhaus war sehr enttäuscht über das Auftreten seiner Mannschaft. Foto: Imago

Uwe Neuhaus war sehr enttäuscht über das Auftreten seiner Mannschaft. Foto: Imago

Ein Prophet musste man nicht sein, um zu wissen, dass Bochum mit einer ähnlichen Spielweise wie der SV Sandhausen vor einer Woche beginnen würde. Früh stören, Druck machen und Draufgehen hieß die Bochumer Devise. Gespannt konnten die schwarz-gelben Fans abwarten, ob Dynamo irgendein Rezept dagegen unter der Woche erarbeitet hatte.
Fast schien es so, aber eben nur fast.

Zumindest machte Bochum es nicht so souverän wie der SV Sandhausen und so ergaben sich Lücken zum Kontern für die Dresdner.

Schon nach 11 Minuten war Berko über rechts durch und sah Heise, welcher aus zentraler Position ins fast leere Tor zum 0:1 einnetzen konnte.

Eine Befreiung die nicht lange andauerte, denn Bochum drückte weiter und kam in der 16. Minute zur Chance. Es war zu einfach. Die Abwehr, ohne den verletzten Innenverteidiger Sören Gonther, entpuppte sich einmal mehr als das Sorgenkind dieser noch kurzen Saison. Ein weiter Ball wurde sicherlich unglücklich von Florian Ballas verlängert und landete vor den Füßen von Bastians, welchen wohl keiner der Schwarz-Gelben auf dem Zettel hatte. Er ließ Schwäbe keine Chance und verwandelte zum 1:1-Ausgleich.

Dresden war sichtlich geschockt, Bochum nun mit den noch klareren Möglichkeiten. Immer wieder drangen die Gastgeber nach vorne, in der 26. Minute über Kruse, der links in den Strafraum kam und von Jannik Müller stümperhaft weggesenst wurde. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus konnte nun wirklich nichts anderes machen, als auf den Punkt zu zeigen. Klarer ging’s nicht.

Bastians zum Zweiten, Schwäbe ohne Chance. Spiel gedreht. Bitter.

Bochum wurde nun natürlich ruhiger. Das reichte gegen schwache Dresdner aber allemal, denn die hatten wohl verlernt wie Zweikämpfe gewonnen werden. Bochum klar die Nase vorn. Man konnte dabei den Schwarz-Gelben nicht unbedingt den Willen absprechen, aber es war einfach viel zu wenig.

Trainer Uwe Neuhaus brachte es direkt nach dem Spiel gegenüber Sky auf den Punkt. „Ich bin schon richtig enttäuscht. Vor allem die erste Halbzeit war ganz weit weg von dem, was ich von meiner Mannschaft erwarten kann.“

Mit Beginn der zweiten Hälfte brachte Uwe Neuhaus Niklas Kreuzer für den bis dahin enttäuschenden Fabian Müller in der rechten Verteidigung und das brachte etwas mehr Sicherheit in die Viererkette, doch offenbarte es das nächste Problem der Dresdner. Offensiv ging einfach nichts los. Keine Ideen, kaum nennenswerte Chancen, nur viel Ballbesitz.

Wieder reagierte Neuhaus und wechselte in der 60. Minute Neuzugang Duljevic für Möschl ein.

Tatsächlich schien es zu fruchten. Dynamo war engagierter und spielte zumindest optisch leicht überlegen. Nur Chancen blieben weiter aus.
Wenn es gefährlich wurde, dann meist nur über Standards, wie beispielsweise der Freistoß von Philip Heise, in der 73. Minute, den Keeper Riemann brillant aus dem langen Eck kratzte.

Der Ausgleich lag in der Luft, weil Bochum Dynamo plötzlich auch gewähren ließ.
In der 77. Minute war es eine abgewehrte Ecke, welche vor den Füßen von Aias Aosman landete. Der fackelte nicht lange, schlug einen Haken und schoss den Ball ins rechte untere Eck zum Ausgleich.

Dynamo war nun obenauf. Verdient war der Ausgleich nicht, aber wer hätte danach gefragt, wenn sogar noch der Siegtreffer gefallen wäre?

Auch das Trainerteam hatte schwer zu überlegen. Noch einen Stürmer oder lieber die Defensive stärken und den Punkt mitnehmen? Neuhaus brachte letztlich Konrad für Hartmann, doch Beton anrühren gelang nicht.

Als alle glaubten Dynamo würde mit einem dunkelblauen Auge davon kommen, schlug die Abwehr wieder zu. Sie bekamen in der 88. Minute den Ball einfach nicht aus dem 16er raus. Dass ausgerechnet Manuel Konrad einer der Protagonisten war – Schicksal. Hinterseer sagte für den Abpraller danke und haute ihn zum 3:2 Sieg in die Maschen.

Am Ende war dieser Sieg für die Bochumer schlicht und einfach verdient. Stark waren die Gastgeber auch nicht gerade, aber Dynamo hatte einfach nicht die Klasse hier wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Phasenweise war das nicht zweitligatauglich. Was gegen Koblenz noch als Ausrutscher durchging, zeigte sich nun auch im Alltagsgeschäft. Ob die Länderspielpause reichen wird, daran etwas zu ändern, bleibt die große Frage. Es nur auf den Kader zu schieben, wäre zu einfach, denn der ist im Vergleich zur Vorsaison nicht schlechter, auch wenn Gogia, Stefaniak und Kutschke fehlen. Wobei aber schon die Option Kutschke hoch anzuspielen einfach fehlt.

Bis Donnerstag hat der Transfermarkt noch geöffnet.

 

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