Schubi wird zum Elfer-Held

Dresdens Markus Schubert hält den Elfmeter (Imago)

Dresdens Markus Schubert hält den Elfmeter (Imago)

Es war schwerer als gedacht. Nach 90 Minuten besiegt Dynamo Dresden die TuS Koblenz mit 3:2 im Zwickauer „Heimspiel.“

Schon das Ergebnis lässt erahnen, dass dies alles andere als leicht war. Und das, obwohl es über das gesamte Spiel keinen Zweifel gab, wer die klar spielstärkere Mannschaft war. Dynamo hatte auf fünf Positionen umgestellt. Die Überraschenden waren Markus Schubert im Tor und Aias Aosman, der offenbar den kleinen Ausraster vom Wochenende verziehen bekam.

Doch Fußball ist eben ein Ergebnissport und Ergebnisse lieferte Koblenz schon nach 6 Minuten.
Dynamo bekam den Ball nicht aus dem 16er, Popovits chippte den Ball in den Strafraum, wo plötzlich Koblenzer Überzahl herrschte, weil Phillip Heise das Abseits aufhebte. Ballas kam nicht mehr heran und Bozic spitzelte den Ball ins Tor.

Eine gewisse Nervosität war schnell zu spüren, damit hatte nun wirklich kaum jemand gerechnet.
Quickfit
Die Antwort ließ zum Glück nicht lange warten. Sascha Horvath konnte sich auf der rechten Seite hervorragend durchsetzen und die flache Hereingabe verwandelte der freistehende Erich Berko. Die Abwehr der Koblenzer war natürlich in dem Fall nur auf Regionalliganiveau. Die Flanke wäre in der 2. Liga wahrscheinlich nicht durchgekommen.

Auch wenn das Spiel der Schwarz-Gelben nun wieder sehr sicher war, Koblenz blieb immer gefährlich, auch wenn es schon allein vom technischen Ansatz einfach zu sehen war, wer der Zweitligist ist.

Den Einsatz konnte man den Koblenzern aber nicht absprechen und das Ergebnis bestätigte das natürlich eindrucksvoll.

In der 19. Minute unterstrich dies Andreas Glockner mit einem starken Schuss, der Markus Schubert alles abverlangte.

Zwei Minuten später sorgte ein genialer Pass von Aosman in die Spitze für Gefahr auf der anderen Seite, doch Horvath scheiterte am wirklich starken Keeper.

Dynamo war die klar dominierende Mannschaft, das Koblenzer Aufbegehren schien zumindest optisch erst einmal vorbei. Doch was Dynamo aus dem vielen Ballbesitz machte, war zu wenig.

Geduld war gefragt weil Koblenz natürlich immer mehr Beton anrührte. Ein Pfostenschuss von Röser aus 18 Metern in der 35. Minute brachte auch keine Erlösung. Koblenz machte das gut. Was sollten sie als Außenseiter auch anderes machen. Die Zeit spielte klar auf der Seite des Regionalligisten mit und immer wieder kamen sie durch Konter selber zu guten Gelegenheiten.

Und so hatte Dynamo sogar Glück, dass es nur mit 1:1 in die Pause ging, denn ein Pfostenschuss der Koblenzer kurz vor der Pause ließ noch einmal den Atem stocken.

Dynamo konnte hier alles andere als die Zügel locker lassen.

Auch nach Chancen war das Spiel komplett ausgeglichen. Die Überlegenheit der Schwarz-Gelben war rein optisch. Mit Beginn der Zweiten Hälfte sorgte aber Philip Heise für gute Stimmung bei den Dresdner Fans. Mit seinem Freistoß direkt ins kurze Eck brachte er Dynamo auf die Siegerstraße. Das dachten sie zumindest, denn nun mussten sie nicht mehr all zu viel riskieren und konnten ihr Ballbesitzspiel geduldig vortragen.

Der Bann sollte gebrochen sein… Denkste!

Zwar kam Dynamo zu guten Chancen, doch sie versäumten es den Sack zuzumachen. Aosman verpasste in der 61. die Entscheidung, 10min später hatte Röser eine gute Gelegenheit. Es war ein gefährliches Spiel, denn Koblenz hatte bereits gezeigt, dass sie in der Lage sind zu kontern und das Tor zu treffen.

In der 80. gab es die Quittung für diese schlechte Chancenverwertung und das inzwischen etwas halbherzige Spiel. Koblenz versuchte es immer wieder mit kleinen Nadelstichen und Popovits durfte dann nicht nur auf der rechten Seite unbedrängt auf’s Tor laufen, sondern auch zum 2:2 einschießen. Markus Schubert war chancenlos.

Doch jetzt ging das Drama erstmal richtig los.

Nur vier Minuten später gab Dresden die Antwort. 2:3! Philip Heise spielte von links an den Strafraum zu Aosman, welcher den Ball am Keeper vorbei ins Tor schlenzte.

Doch Koblenz dachte nicht ans Aufgeben. Sie drängten wieder nach vorn, kamen in den Strafraum und da brachte Florian Ballas den Koblenzer Bozic zu Fall. Elfmeter!

Markus Schubert behielt die Nerven, ahnte die Ecke und hielt den Sieg fest.

Am Ende stehen sie natürlich völlig verdient in der 2. Pokalrunde, aber es war um einiges schwerer als gedacht. Es ist und bleibt eben Pokal, nur mit dem Unterschied, dass diesmal die Dresdner in der Favoritenrolle gefordert waren. Sie sind etwas gestrauchelt, aber unterm Strich zählt ein Sieg nach 90 Minuten. Andere Favoriten werden dies sicherlich auch in diesem Jahr nicht schaffen.

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