Sieg mit Sorge

Dynamo Dresden gewinnt endlich wieder. Wenn auch knapp bezwangen sie den Absteiger Karlsruher SC mit 4:3, wobei dies nicht so wirklich den Spielverlauf wiederspiegelt.

Denn Dynamo hatte klar mehr vom Spiel, auch wenn sie mit der ersten Chance des Spiels gleich in Rückstand gerieten. Marco Hartmann sah dabei nicht gut aus.
Hinter seinem Rücken entwischte Oskar Zawada und lief in den genialen Pass von Dennis Kempe. Dynamo Keeper Schwäbe war machtlos. Es waren erst sieben Minuten gespielt.

Doch Dynamo drehte das Spiel recht schnell. Schon in der 11. Minute zeigte Schiri Dietz auf den Elfmeterpunkt. Völlig zu Recht, denn Stefan Kutschke wurde am Trikot gezogen. Der Gefoulte schoss selber aber zu schwach. Orlishausen hielt.Quickfit

Die darauffolgende Ecke brachte jedoch die Erlösung. Niklas Müller ließ Orlishausen per Kopf keine Chance.
Der KSC bleib weiter gefährlich bis zur Schlüsselszene des Spiels. Stefan Kutschke prallte mit Benedikt Gimber zusammen, beide gingen zu Boden und waren offensichtlich nicht bei Bewusstsein. Ein Schock! Beide Spieler wurden mit der Trage herausgebracht und nun wurde wohl jedem Spieler und auch dem letzten Fan klar, dass es um rein gar nichts in der Partie mehr ging. Es zeigte diesen schmalen Grat auf dem sich Dynamo seit Wochen bewegte. Auf der einen Seite gewinnen zu müssen, um die Fans nicht zu enttäuschen und auf der anderen Seite zu wissen, dass jedes Spiel auch immer die Gefahr einer schweren Verletzung mit sich bringt.

Beide Seiten reagierten nervös und machten ziemlich alberne Fehler, wie der Rückpass fast ins eigene Tor des KSC. Aber auch Dynamo war etwas von der Rolle. Für Stefan Kutschke war inzwischen Erich Berko gekommen. Das Spiel wurde wieder besser als der Stadionsprecher Entwarnung gab. Die Spieler waren beide wieder bei Bewusstsein, ansprechbar und auf dem Weg ins Krankenhaus.

„Ich habe keine Erinnerung an den Zusammenprall, aber mir geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte Stefan Kutschke nachdem er von der Notaufnahme zur stationären Beobachtung innerhalb des Krankenhauses verlegt wurde. Er erlitt ein mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma und musste in Karlsruhe bleiben.

Danach war es wieder ein Elfmeter der Dynamo auf die im Nachhinein verdiente Siegerstraße brachte. Doch das war glücklich, denn Orlishausen hatte Berko nicht zu Fall gebracht. Der Schiri sah es zum Glück anders und Gogia schoss platzierter als Kutschke zum 1:2 in der 35.Minute.

Gogia war es auch, der die Vorentscheidung nur zwei Minuten später klar machte. Mit einem schönen Solo aufs Tor des KSC ließ er seine Klasse durchblicken. 1:3 in der 37. Minute.
Das Spiel schien eigentlich entschieden, denn vom KSC gab es nur wenig Gegenwehr. Zumindest vorerst.

Die zweite Hälfte verwaltete Dynamo die Führung perfekt, fast perfekt. Sie verzichteten auf übertriebenen Ballbesitz und ließen den KSC spielen, stellten dafür die Räume gut zu und übten sich in Geduld. Der KSC kam zu keinen wirklich nennenswerten Chancen. Dafür Dynamo. Niklas Müller durfte in der 80. Minute nochmal zum Doppelpack einnetzen, nachdem Enrico Valentini ausrutschte.

Alles gelaufen? Denkste! In der 89. Minute traf Zawada auch zum zweiten Mal. Nur eine Minute später pfiff Schiri Dietz schon wieder Elfmeter. Wieder eine Fehlentscheidung, doch letztlich gerecht, da auf der anderen Seite. Er hatte ein Handspiel von Lumpi gesehen, was nicht von der Hand zu weisen war, aber der Karlsruher Spieler hatte zuerst in den Handball-Modus umgeschalten.

Am Ende stand es 3:4 und Dynamo hatte zumindest noch eine Lektion gelernt. Ein Spiel geht bekanntlich bis der Schiri abpfeift.

Mehr gibt’s da kaum dazu zu sagen, der Ausfall und die Sorge um Stefan Kutschke wirkt schwerer, gerade weil die Zukunft des Dresdner Stürmers ohnehin sehr ungewiss ist. Ob er nochmal für Dynamo auflaufen wird bleibt nunmehr abzuwarten. In dieser Saison jedenfalls nicht mehr.

Nächste Woche kommt Bielefeld ins Dynamostadion und dann spätestens geht es wieder um etwas. Denn Bielefeld? Da war doch mal was, oder? Richtig, einst schickten die Bielefelder die Dresdner in die dritte Liga, nun kann es Dynamo zurückzahlen. Allerdings dürfte es nicht einfach werden. Bielefeld hat einen Lauf, gewann mit sage und schreibe 6:0 gegen Braunschweig und versauten denen den direkten Aufstieg.

 

Foto: Imago

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