Von der Ergebniskrise zur Krise

Uwe Neuhaus (Trainer, SG Dynamo Dresden) dahinter die Choreografie der Fans vom Dynamo Dresden (Imago)

Uwe Neuhaus (Trainer, SG Dynamo Dresden) dahinter die Choreografie der Fans vom Dynamo Dresden (Imago)

Zwei Wochen hatte Uwe Neuhaus dank der Länderspielpause Zeit Dynamo zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Der Druck war groß, denn verlieren war gegen den Tabellenletzten verboten. Nur war der Träger der roten Laterne eben nicht irgendwelche Laufkundschaft sondern der 1. FC Kaiserslautern. Vor 25 Jahren wäre das noch ein Erstligakracher gewesen, doch inzwischen hat Kaiserslautern mehr Probleme als die Schwarz-Gelben und am Betzenberg spricht man natürlich offen von Krise, während das in Dresden noch als „Ergebniskrise“ abgetan wurde, was immer das sein mag.

Die Fragen vor dem Spiel waren groß, aber kaum eine war so präsent wie die nach der taktischen Aufstellung. Hatte Neuhaus vor endlich das durchschaubare 4-3-3 aufzugeben? Erste Anzeichen waren im Training zu sehen, aber zu Beginn entschied sich Dynamos Trainer erst einmal alles beim alten zu belassen.

Und das Konzept ging auch aufgrund sehr schwacher Gäste schnell auf. Mit der ersten Chance der Dresdner sorgte Röser für die 1:0 Führung in der 15. Minute. Vorausgegangen war eine Flanke Duljevics vom linken Strafraumeck auf den zweiten Pfosten, wo Ballas per Kopf quer legte und Röser nur noch einschieben musste.Quickfit

Dynamo war das klar bessere Team und hatte die besseren Möglichkeiten. Nur wie so oft nutzten die Dresdner diese nicht.
Im Grunde hatte Kaiserslautern offensiv überhaupt nichts zu melden, es schien eine glasklare Angelegenheit. Doch wie gefährlich so eine knappe 1:0-Führung sein kann, zeigte sich in der 74. Minute als Andersson plötzlich mal frei war und zum Glück aus Dresdner Sicht nur das Außennetz traf.
Auch in der Folge hatte Dynamo durch Marco Hartmann noch die große Chance auf das 2:0, aber auch er scheiterte. Hartmann war nach seiner Verletzungspause in der 63. Minute für Lumpi Lambertz ins Spiel gekommen.

Was eine Ergebniskrise ist, wurde ab der 85. Minute klar. Denn Dynamo führte völlig verdient, kassierte aber innerhalb von drei Minuten zwei Gegentore und stand am Ende tatsächlich ohne Punkte da.

Erst sorgte Vucur per Kopf für den Ausgleich, wobei Marvin Schwäbe sehr schlecht aussah. Er kam raus und hatte den Ball nicht sicher, wie es eine alte Fußballweisheit eben sagt.
Drei Minuten später war er beim Schuss von Spalvis chancenlos. Allerdings müssen sich da andere mal hinterfragen, wieso Spalvis von der Mittellinie aus Anlauf nehmen und dann auch noch aufs Tor schießen kann. Jannik Müller fälschte unglücklich ab und schon lag Dynamo 1:2 zurück.

Ab jetzt darf dann auch mal ganz offiziell von Krise gesprochen werden, denn nun steht Dynamo Dresden auf dem Abstiegs-Relegationsplatz. Viel tiefer geht es nicht mehr.

Falls die sportliche Führung die Hoffnung hatte sich irgendwie in die Winterpause zu retten, diesen Gefallen tat ihnen die Mannschaft nicht. Es muss nun gehandelt werden, in welcher Form auch immer. Für schönes Spielen, Ballbesitz und andauernde Lernprozesse gibt es im Profifußball nun einmal keine Punkte.

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