Vorgeschmack?

Dynamo Dresden gegen 1860 München, ein Spiel um alles, ein Spiel um den Verbleib in der zweiten Bundesliga, zumindest für die Gäste aus München. Für Dynamo ging es einzig und allein die schlimmen Vorstellungen der vergangenen Spiele wieder vergessen zu machen. Für einige stand vielleicht auch noch Schaulaufen auf dem Programm, denn natürlich laufen auch noch weitere Verträge aus und der eine oder andere wird sich sicherlich gerne noch empfehlen.

Wie man unter der Woche gesehen hat, bleibt Dynamo vom großen Umbruch nicht verschont. Ein normaler Vorgang wie er fast immer im Nach-Aufstiegsjahr geschieht. Auch bei den Dresdnern war das zu erwarten und gerade weil sie so eine gute Saison gespielt haben, weckte dies natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen.Quickfit

Interessant war die Frage, wer für den gesperrten Kutschke und verletzten Testroet im Sturm spielen würde. Wer auf Alvarez tippte, lag falsch. Neuhaus ließ Erich Berko als Sturmspitze starten. Berko ist natürlich ein anderer Typ als Kutschke, er wechselte mit Gogia und Stefaniak ständig und brachte die Abwehr somit in ein paar Schwierigkeiten.

Beide Teams starteten sehr offensiv und erspielten sich bereits in den Anfangsminuten gute Chancen. Danach bekamen die Gäste ein wenig die Oberhand und hatten die klareren Chancen. Marvin Schwäbe konnte sich gleich mehrmals hintereinander auszeichnen.

In der 43. Minute erzielten die Gäste die völlig verdiente Führung. Akaki Gogia verlor leichtfertig den Ball in der gegnerischen Hälfte, die 60iger konterten perfekt und der Däne Gytkjaer ließ im 1:1 Müller mit einer schnellen Drehung aussteigen. Schwäbe war chancenlos.

Mit Pfiffen begleitet ging es für die Schwarz-Gelben in die Kabine. Auch wenn die Leistung so schlecht gar nicht war, der Frust der Fans war deutlich zu spüren. Und das wurde erst einmal auch nicht besser. Denn von wegen Halbzeitansprache… Was immer Uwe Neuhaus für Worte gewählt hatte, sie erreichten die Mannschaft nicht.

Marvin Schwäbe leitete das Desaster mit einer wirklich stümperhaften Spieleröffnung in die Füße des Gegners zum 0:2 ein. Da war das Spiel gerade einmal 30 Sekunden wieder angepfiffen.

Wiedergutmachung sieht anders aus. Zumal die Münchner auch jetzt weiter am Drücker waren. Dynamo kam immer mal wieder bis vor den 16er, doch danach gab es nicht viel nennenswertes.

Uwe Neuhaus hatte genug gesehen und handelte. Er brachte Alvarez für Stefaniak und kurz danach Marcel Hilßner für Niklas Hauptmann. Als kurz danach der Münchner Busch noch mit gelb-roter Karte vom Platz gestellt wurde, gab es zumindest wieder etwas Hoffnung für die Dresdner Fans.

Denn die beiden Wechsel brachten wirklich neuen Schwung ins Dynamo-Spiel. Sowohl Alvarez also auch Hilßner erarbeiteten sich je eine richtig gute Torchance. Der Druck der Schwarz-Gelben nahm zudem immer mehr zu, der Wille war plötzlich wieder zu spüren. Erst Recht als die Drangphase mit einem Kopfballtor von Kapitän Marco Hartmann belohnt wurde. Leider geschah dies erst in der 84. Minute, aber die folgenden (mit Nachspielzeit) 10 Minuten hatten es nochmal in sich. Dynamo wollte den Ausgleich und um ein Haar hätte ihn Gogia in der letzten Minute der Nachspielzeit auch auf dem Fuß gehabt.

Aber alles in allem wäre ein Unentschieden nicht verdient gewesen. 1860 war über die gesamte Spielzeit gesehen die bessere Mannschaft und verschaffte sich mit diesen drei Zählern ein ganz klein wenig Luft im Abstiegskampf.

Tja und Dynamo? Die Schwarz-Gelben verschenken eine tolle Saison und hinterlassen am Ende keinen guten Eindruck. Umgeben von permanenten Wechselgerüchten und Schlagzeilen kommt derzeit auch keine Ruhe mehr rein. Es ist zu befürchten, dass es auch die nächsten zwei Spiele keinen schönen Fußball mehr für die Dresdner Fans zu bestaunen gibt. Was bleibt, ist eine weitgehend starke Saison, ein vorzeitiger Klassenerhalt und leider ein Vorgeschmack auf etwas, was die Fans nächste Saison erwarten könnte. Vieles hängt davon ab, wie Ralf Minge die Abgänge kompensieren kann. Wird er nochmal so ein glückliches Händchen haben? Zu wünschen wäre es, die Realität in diesem Geschäft sieht meist anders aus. Das zweite Jahr wird das schwerste. Eine alte Fußballweisheit könnte sich wieder einmal bewahrheiten.

 

 

Foto: Das 0:1 (Imago)

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