Wales schlägt den Dauer-Geheimfavorit

Das zweite Viertelfinale zwischen Belgien und Wales war schon im Vorfeld eine kleine Wundertüte. Wales ging zumindest auf dem Papier als Außenseiter in das Spiel gegen den Dauer-Geheimfavoriten. Doch was Bale & Co. drauf haben, zeigten sie schon im Laufe des Turniers. Sie gewannen immerhin ihre Gruppe B gegen England, Slowakei und Russland relativ souverän. Dagegen stand allein der Marktwert der belgischen Spieler, welcher zusammengerechnet sogar höher ist als jener der deutschen oder spanischen Spieler.

Belgien wollte unbedingt ins Halbfinale und das merkte man ihnen an. Aber nur in den ersten Minuten des Spiels. Da ging so richtig die Post ab. Gleich dreimal schossen die Belgier hintereinander auf das walisische Tor ohne dabei in Führung zu gehen. Doch es zeigte ganz klar wer in diesem Spiel der Favorit war und wer diese Rolle auch annehmen wollte. Doch Wales war bekannt für starke Konter und scheute sich nicht diese auch durchzuspielen.

Die ersten Minuten zeigten eine ganz andere Partie als das lahme Viertelfinale vom Vortag. Auf die Portugiesen, die sich gegen Polen mehr oder weniger durchquälten, würde der Sieger dieser Partie treffen. Nach 13 Minuten sah alles danach aus, als wenn dies die Belgier sein würden.

Aus rund 25 Metern zog Radja Nainggolan(AS Rom) einfach mal direkt ab und schon lagen die Belgier in Führung. Es war wahrscheinlich das beste Mittel gegen die Waliser Konter. Schließlich konnten es die Belgier nun etwas ruhiger angehen lassen. Die Waliser übernahmen das Spiel, doch was die Belgier machten, war auch nach der Partie für Trainer Wilmots unverständlich. Sie zogen sich nicht nur zurück, sie wurden regelrecht passiv und verteidigten zudem auch noch grauenvoll.

Und schon bekamen die Waliser auch ihre Chancen, selbst wenn sie scheinbar wie aus dem nichts kamen. Neil Taylor scheiterte zunächst noch in der 25. Minute am Keeper der Belgier. Das war kein geringerer als chelsea Stammtorwart Thibaut Courtois. Doch sechs Minuten später wurden die Waliser belohnt und die Belgier für ihre Passivität bestraft. Ashley Williams verwandelte per Kopf zum völlig verdienten Ausgleich, mit welchem es auch in die Pause ging.

Auch danach blieben die Waliser brandgefährlich, brauchten gerade mal neun Minuten bis Robson-Kanu mit einer starken Drehung die belgische Abwehr komplett austrickste und zur Führung einnetzte.
Nun mussten die belgischen Dauergeheimfavoriten wieder mehr tun, doch es reichte zur Verwunderung der Zuschauer gegen die klug spielenden Briten einfach hinten und vorne nicht.
Die machten in der 85. Minute den Sack zu! 3:1 – Die nächste Sensation war perfekt. Wobei diese aber ähnlich wie bei Island keine echte Sensation ist, denn sportlich gesehen, boten die Waliser eben auch in den gesamten Spielen eine Leistung, mit welcher sie zurecht zu den besten vier des Turniers gehören.

Und wenn man mal ganz ehrlich ist, sind sie, wenn man allein das Turnier betrachtet, auch der Favorit im Spiel gegen die Portugiesen.

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