Was Pokalgegner Koblenz so sympathisch macht

Am Freitag Abend spielt Dynamo Dresden in der 1. Runde des DFB Pokals gegen TuS Koblenz. Das Spiel findet in Zwickau statt, da das Koblenzer Stadion noch nicht fertig umgebaut ist.

Doch das alleine macht den Gegner nicht sympathisch. Da sind sicherlich auch finanzielle Gründe ausschlaggebend gewesen, das Spiel in Richtung Dresden zu verlegen. So kommen natürlich ein paar tausend Zuschauer mehr, als dies in Koblenz der Fall gewesen wäre. Allerdings denkt Koblenz auch an seine Fans und subventionierte die „Auswärtsfahrt“, so dass die Fahrtkosten nur noch bei 15 Euro pro Person liegen. Zusätzlich gab es noch eine Eintrittskarte für das nächste Heimspiel der Regionalliga obendrauf. Sogar die Fans der SGD fanden diese Aktion gut und unterstützten diese mit einer Spendenaktion. So kamen über 2000 Euro zusammen, welche für die weitere Subvention der Anreise verwendet wurden.

Nein, aber das alles ist es nicht, was den Regionalligisten so richtig sympathisch macht. Es ist vielmehr die Haltung zum neusten Geniestreich des DFB.

Vielleicht hat es sich ja auch in unsere Gefilde herumgesprochen. In der Regionalliga Südwest wird demnächst die chinesische U20 Nationalmannschaft ohne Wertung mitspielen. Das heißt, die spielfreie Mannschaft absolviert ein Freundschaftsspiel gegen die Chinesen und wird dafür finanziell entschädigt.

Das Geld, immerhin 15.000 Euro, wollten die meisten Regionalligisten nicht ausschlagen.

Und so gab es gegen diese weitere Kommerzialisierung des Fußballs so gut wie keine Gegenwehr. Bis auf drei Mannschaften stimmten alle dem Plan zu.

Waldhof Mannheim, die Stuttgarter Kickers und eben die TuS Koblenz lehnten diesen Vorschlag aber ab und werden nicht gegen die Chinesen antreten!

„Wesentlicher Entscheidungsgrund war, dass kein wirkliches Konzept hinter dem Projekt und auch kein sportlicher Mehrwert für die teilnehmenden Vereine erkennbar waren. Auch konnte keine Einschätzung abgegeben werden, welchen sportlichen Leistungsstand die chinesische Mannschaft aufweisen wird“, hieß es in der Pressemitteilung der Koblenzer.

Allerdings reagierte die TuS Koblenz eben auch auf ein gewisses „Unbehagen“ im Umfeld und unter den Fans. Und genau das macht diesen Verein so sympathisch. Er hätte auch wie viele andere die Fans übergehen können, denn das Geld kann sicherlich auch Koblenz sehr gut gebrauchen.

Aber trotz aller Sympathie. Kommerz ist nun mal Realität im Fußball geworden und so ist für Dynamo Dresden natürlich Weiterkommen Pflichtsache. Immerhin warten 268.000 Euro für die zweite Runde.

Angepfiffen wird Freitag 19:00 Uhr.