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Es bleibt dabei! Dynamo Dresden kann beim VfB Stuttgart nicht gewinnen. Im Topspiel der zweiten Bundesliga trennten sich beide Teams mit 3:3 Unentschieden. Aus Dresdner Sicht ist dabei sicherlich umstritten, ob es nun eigentlich besonders bitter war, weil das 3:3 erst in der letzten Minute der Nachspielzeit fiel oder ob es der Punkt vielleicht sogar ein sehr glücklicher ist?

Denn nach einer 3:0 Führung mussten die Schwarz-Gelben fast 60 Minuten lang eine Abwehrschlacht überstehen, die seines gleichen sucht.Quickfit

Doch fangen wir mal von vorne an. Beide Teams waren von Beginn an sehr offensiv eingestellt. Die Dresdner versuchten das Stuttgarter Spiel früh zu stören und hatte dann das Glück das erste Mal an diesem Tag auf ihrer Seite. Im ersten Angriff kombinierten sie sich wunderbar durchs Mittelfeld. Aosman sah den rechts vorrückenden Kreuzer, der wiederum spielte genial in die Mitte zu Stefan Kutschke, welcher die frühe Führung für Dynamo in der 4. Minute erzielte.
Dabei kann diskutiert werden, ob er nicht vielleicht doch hauchdünn im Abseits stand. Die Fahne blieb unten, aber es gab sicherlich auch schon Linienrichter, die in solchen Situationen anders entschieden hätten.

Die Stuttgarter legten nun noch einen Gang zu, wollten aber zu viel. Dynamo kam immer wieder zu Ballbesitz und konnte vor allem schnell umschalten. Das zweite Tor bekam Kapitän Marco Hartmann nur noch von draußen mit, er musste in der 12. Minute nach einem Zweikampf ausgewechselt werden. Manuel Konrad übernahm für ihn.

Der VfB erhöhte langsam aber stetig den Druck und hatte in der 16. Minute eine 100%ige auf den Ausgleich. Julian Green schoss aber nur an den Pfosten und den zurück kommenden Ball vergab Christian Gentner kläglich aus kurzer Distanz.

Das war ein Weckruf für die Gastgeber, welche die Schwarz-Gelben immer weiter hinten rein drängten. Doch dann passten sie einmal nicht auf. In der 22. Minute lief im Grunde erst der zweite richtig gute Angriff der Dynamos.
Marin Sefaniak leitete ihn mit genialem Seitenwechsel auf Philip Heise ein, der haute das Ding einfach mal rein, Kutschke lief perfekt und muss nur noch den Fuß dran halten. 0:2!
Und wieder war Dynamo im Glück. Denn vorher sorgte eine strittige Situation im Dynamostrafraum für Gesprächsstoff. Modica wurde angeschossen und zwar an den Arm. Ein ewiges Streitthema, wo auch die Schiedsrichter ständig unterschiedlicher Meinung sind. Die Stuttgarter waren jedenfalls nicht vom Glück verfolgt.

Nur drei Minuten später startete Stefan Kutschke, um einen langen Ball zu erreichen. Stuttgarts Keeper Langerak kam raus und traf Kutschke. Auch hier dürfen durchaus andere Meinungen zugelassen werden. Ein unbedingter Elfmeter? Getroffen hat er Kutschke auf jeden Fall, ob es aber noch innerhalb des Strafraums war, lässt sich nicht einmal mit Hilfe der TV-Bilder aufklären. Aber Elfmeter ist, wenn der Schiri pfeift und so durfte Kutschke zum 3:0 und lupenreinen Hattrick einnetzen.

Wer dachte, das Spiel wäre entschieden, der hatte vorher nicht richtig zugeschaut. Stuttgart dachte gar nicht daran aufzugeben. Die wussten um ihre Stärken und sie fingen an Dynamo noch mehr unter Druck zu setzen und blieben dabei glücklos. Florian Ballas traf im Strafraum Simon Terodde am Knöchel, doch statt Elfmeter für Stuttgart gab es die gelbe Karte wegen einer Schwalbe.

Nur eine Minute später stand es dann aber schon 1:3. Modica und Ballas hatten nicht aufgepasst und einen langen Ball zu Terodde durchgelassen. Dieser ließ Schwäbe keinerlei Chance.

Nun hatten sie natürlich richtig Aufwind und drängten auf das zweite Tor noch vor der Pause. Dynamo kam kaum noch aus dem Strafraum raus und rettete sich erst einmal in die Kabine.

Direkt nach der Pause hatte Dynamo die größte Chance für die ganze folgende Halbzeit. Stefan Kutschke rutschte an einem Pass von Stefaniak nur knapp vorbei.

Ab da übernahm der VfB Stuttgart komplett das Spiel. Von nun an war es eine Frage der Zeit, wann das 2:3 fallen würde. Selten fühlte sich eine 3:1-Führung so wertlos und wackelig an. Die Dresdner hauten wirklich alles rein und dazwischen, schlugen die Kugel raus und bekamen sie postwendend zurück in den Strafraum. Stuttgart mit der geballten Offensivpower eines kommenden Aufsteigers.

Vor allem Julian Green war für die Gäste nicht zu bändigen. Kreuzer gab sich alle Mühe brauchte aber Hilfe. Uwe Neuhaus sah das auch und brachte Teixeira für Aosman, um Green besser doppeln zu können.

Dass Dynamo es bis zur 75. Minute schaffte den Anschlußtreffer zu verhindern, war schon erstaunlich und vor allem auch Glück. In der 58. Minute trafen die Stuttgarter wieder nur die Latte und zwar gleich doppelt. Schwäbe hatte noch mit den Fingerspitzen den Ball an die Latte gelenkt im Nachschuss traf Terodde nur das Aluminium. In der 69. war Gentner glücklos und schoss den Ball abermals nur an die Latte. Gegen die individuelle Klasse von Insua hatte Dynamo jedenfalls nichts entgegenzusetzen. Er traf aus kurzer Distanz.  Schwäbe war abermals machtlos.

Es hätte aber längst 3:3 oder gar 4:3 für den VfB stehen können, denn von Dynamo kam nichts mehr. Ein paar Entlastungsangriffe die zwar nicht für Gefahr sorgten aber etwas Zeit von der Uhr nahmen.

Die Hoffnung, dass dem VfB irgendwann mal das Benzin ausgehen würde, erfüllte sich nicht. Die blieben auch in der Nachspielzeit am Drücker und jederzeit brandgefährlich. Und so kam es, wie es eben kommen musste. Heise kommt ein kleines Stück zu spät und rutscht in Mané rein. Der Schiri zeigte auf den Punkt. Pech und Glück gleichen sich eben irgendwie immer aus.

Terodde hätte Marvin Schwäbe zum absoluten Fanliebling machen können, doch der Stuttgarter tat Schwäbe diesen Gefallen nicht, sondern verwandelte souverän zum 3:3-Endstand.

Dynamos Aufstiegsträume sind damit endgültig geplatzt. Mit sieben Punkten Abstand wird es nicht mehr gehen. Was bleibt, ist eine starke Saison und unterm Strich auch ein versöhnliches Ergebnis von Stuttgart.

 

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Foto: Marvin Schwänbe beim Elfmeter (Imago)