Wenn’s in der Wüste schneit

Marcel Franke im Testspiel gegen Wolfsburg. (Imago)

Marcel Franke im Testspiel gegen Wolfsburg. (Imago)

Über Langeweile können sich die schwarz-gelben Fans eigentlich nicht beklagen. Zwar rollt der Ball gerade nicht, zumindest nur in Testspielen, aber die Schlagzeilen geben sich dennoch fast täglich die Klinke in die Hand. Was war das für ein Transferhammer! Marcel Franke kommt zurück nach Dresden. Auf Leihbasis. Einst vom Hof gejagt, spielte sich Franke über Halle, Fürth und zuletzt Norwich City auf die Wunschzettel der Scouts. In Dresden hatte man längst den Fehler bemerkt, der zu damaliger Zeit ja nicht mal etwas besonderes war. Da gab es ja auch noch einen weiteren Innenverteidiger namens Toni Leister, der das Schicksal mit Franke teilte.
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Der Prophet zählt im eigenen Lande nun mal nichts. Damals waren sie gut genug für die Local Player Regel, heute sind sie gestandene Innenverteidiger. Eine Kaufoption bekam Dynamo aus gutem Grund nicht. An das Eigengewächs im schwarz-gelben Dress sollten sich die Fans lieber nicht erst gewöhnen. Macht er hier in Dresden einen guten Job, dann wird er kaum zu bezahlen sein.

Ein sommerlicher Hoffnungsträger fuhr nicht mit ins Trainingslager nach Marbella. Der Finne Eero Markkanen schwänzte das Auftakttraining und entdeckte den Brasilianer in sich. Schade, dass der erst beim Vertragspoker zum Vorschein kommt und nicht auf dem Trainingsplatz. Uwe Neuhaus wird schon Gründe gehabt haben, ihn eben nur vier mal in dieser Hinrunde aufs Feld zu schicken. Gespannt darf man sein, wie es weitergeht, rechtliche Schritte kündigte Dynamo bereits an. Die Zeiten des Finnen dürften aber so oder so in Dresden gezählt sein.

Im Testspiel gegen die Zweite von Bremen traf einer, von dem man es derweil nicht mehr erwartet hätte. Aias Aosman bleibt nämlich in Dresden. Wer hätte das gedacht. Zur Erinnerung, er war bereits bei den Scheichs etwas Wüstenlust schnuppern und musste zurück nach Elbflorenz. Die Wetten standen eigentlich gut, dass er jetzt im Wintertransferfenster das Weite sucht. Aber denkste. Vielleicht gefällt ihm deutscher Zweitliga Fußball doch besser als ein Erstliga-Wüstenkick. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass es tatsächlich mal wieder in der Wüste geschneit hat, zumindest in der Sahara. Ja Schnee, etwas auf was die Organisatoren des umstrittenen Ski Langlauf Weltcups von Dresden vergebens warten.
Davon bekommen die Profis bei schönstem Sonnenschein in Spanien nichts mit. Während sie sich auf die hoffentlich beste Rückrunde aller Zeiten vorbereiten, wird im Stadion sogar ein neuer Rasen verlegt. 8.000m² zerlatschte Grashalme wurden abgetragen. Das neue Grün kam mit 17 LkW Ladungen aus Schwerin herangekarrt.

Beste Bedingungen also um gleich fulminant in die Restrückrunde zu starten. Am ungewohnten Donnerstag den 25.01. rollt der Ball wieder zu Hause gegen St. Pauli.